Literaturszene: Buchpreis für Terezia Mora, Nobelpreis für Alice Munro

Das Schöne an Literaturpreisen ist ja das ganze Drum und Dran. Man weiß, wann sie vergeben werden, man fiebert auf den Termin hin, man hofft, dass die eigenen Lieblingsautoren dieses Mal nicht leer ausgehen werden. Dann ist der Tag der Vergabe endlich da. Mit Spannung erwartet man die Bekanntgabe. Schließlich wird der Preis an denjenigen Autoren vergeben, den man selbst niemals geehrt hätte. Dann ist man enttäuscht, man regt sich auf, man schimpft auf die Juroren und die ganze Literaturszene - es ist herrlich. Doch dieses Jahr ist etwas anders. Sowohl Buchpreis als auch Nobelpreis gingen an Autorinnen, denen man die Preise nicht missgönnt. Vielleicht hätte man selbst lieber jemand anderen gewählt, aber gut, es ist okay. Was dann folgt ist Schweigen. Schweigen der Literaturszene, Schweigen der Blogosphäre, Schweigen des inneren Sturms. So hatte man sich das nicht vorgestellt.



Menschen, die nie zufrieden sind

Es gibt so Menschen, die sind nie zufrieden. Sie finden die Wahl von Mo Yan als Nobelpreisträger viel zu provokant und ärgern sich über einen Poeten, den niemand lesen will wie Tomas Tranströmer. Sie finden Elfriede Jelinek viel zu sperrig und Herta Müller viel zu emotional. Sie hätten niemals einen Preis an Ursula Krechel vergeben oder auch nur ihren trocken wirkenden Tatsachenroman gelesen. Sie finden Uwe Tellkamps Turm viel zu dick und werden niemals verstehen, warum Daniel Kehlmann weder für die Vermessung der Welt noch für F prämiert wurde. Zu diesen Leuten gehöre ich. Ja, ich gebe zu, dass es mir Spaß macht, mich aufregen zu können, ich mag Literatur gerne emotional sehen.

Und nun das

Es gibt so Menschen, die sind nie zufrieden. Sie finden die Wahl von Mo Yan als Nobelpreisträger viel zu provokant und ärgern sich über einen Poeten, den niemand lesen will wie Tomas Tranströmer. Sie finden Elfriede Jelinek viel zu sperrig und Herta Müller viel zu emotional. Sie hätten niemals einen Preis an Ursula Krechel vergeben oder auch nur ihren trocken wirkenden Tatsachenroman gelesen. Sie finden Uwe Tellkamps Turm viel zu dick und werden niemals verstehen, warum Daniel Kehlmann weder für die Vermessung der Welt noch für F prämiert wurde. Zu diesen Leuten gehöre ich. Ja, ich gebe zu, dass es mir Spaß macht, mich aufregen zu können, ich mag Literatur gerne emotional sehen.

Es gibt nichts schlimmeres als einen mittelmäßigen Roman

Es ist also letztendlich wie mit einem mittelmäßigen Roman - keinen interessiert's. Ich habe selten so wenig Stellungnahmen auf Blogs gelesen und auch selbst lange darüber nachgedacht, was ich hier schreiben könnte. Denn ganz tief in mir drinnen, ganz im Geheimen, wünsche ich mir von den Juries des Buch- und des Nobelpreises, dass sie im nächsten Jahr wieder angreifbarere Entscheidungen treffen. Und wenn sie schon nichts Dummes machen wollen, dann könnten sie doch wenigstens, endlich einmal, einen meiner Lieblingsautoren kühren, damit ich mich, wenn schon nicht aufregen, so doch wenigstens freuen kann.

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