Indie Übersetzung 6: Aus dem Nähkästchen eines Indie-Übersetzers

Egal ob Leser, Autor oder Übersetzer, im Grunde genommen sind wir alle doch nur an einem interessiert – an Geschichten. Darum habe ich Indie-Übersetzer Jonee Tiedemann nach der spannendsten Story gefragt, die er in seiner Zeit als Übersetzer bisher erlebt hat. Die Antwort, die ich bekam, liest sich wie ein Kriminalroman.
Was war dein schönstes Erlebnis als Indie-Übersetzer?


Ich weiß nicht, ob ich es als schön bezeichnen kann, es war jedenfalls sehr intensiv. Ich hatte einen Indie-Verleger und Autoren kennengelernt, der seit 1996 eine unabhängige Webseite in den USA betreibt und seit den Anfängen des Internets über interessante, ungewöhnliche, erstaunliche und kontroverse Themen schreibt. Seine Webseite enthält hunderte von Artikeln, die er selbst recherchiert und geschrieben hat, und da er etwa eine Million Besucher pro Monat hat, gehen die Google Ads auch recht gut. Gary ist also seit Anfang des Internets mit unabhängigen, alternativen Recherchen dabei. Seine Webseite ist: www.viewzone.com
Nachdem wir etwa 2009 in Kontakt traten, schlug ich im Laufe der Zeit mehrere Themen für Artikel vor, und ein gutes halbes Dutzend davon wurden zu populären Web-Artikeln, die auch heute noch von unabhängigen Rechercheuren zitiert werden und von mehreren hunderttausend Besuchern, manchmal Millionen, gelesen wurden. Unter meinem Pseudonym Juan von Trillion habe ich auf Englisch auch über ein paar meiner Lieblingsthemen geschrieben.

Es ist alles wahr

Irgendwann erzählte er mir, dass er ein Buch geschrieben hatte, um seine Erfahrungen von vor zehn Jahren niederzulegen, als ihm amerikanische Geheimdienste auf die Pelle rückten. Es ist nicht einfach, dieses Buch zusammenzufassen, aber diese wahren Begebenheiten lassen jeden Roman draußen im Regen stehen - es war besser als jeder Film, und die meisten Leser sagen “Super Geschichte, ist aber natürlich erfunden!”. Nachdem er einen seiner brisanten Artikel in seinem Web-Magazin veröffentlicht hatte, wurde die National Security Agency (NSA) in seinem damaligen Büro vorstellig. Er hatte über HAARP geschrieben, also die berühmt-berüchtigte Antennenanlage in Alaska und anderswo, die angeblich mit Tesla-Technologie das Wetter und den Jetstream beeinflussen kann. Gary hatte auch prompt die Patente dafür online gefunden. Nicht nur das, HAARP kann auch bei entsprechend hoher Energiezufuhr Erdbeben verursachen, oder Löcher in die Ionosphäre brennen. Zwei junge Soldaten, die als Techniker an dieser geheimen Antennenanlage gearbeitet hatten, kannten auch seine Webseite und baten ihn, nach Alaska zu kommen, um dies mit eigenen Augen zu sehen. Die Flugtickets wurden ihm zugeschickt, und los ging's.

Plötzlich in einem Agententhriller

Die zwei NSA-Leute in piekfeinen Anzügen fuhren mit Gary auf einen scheinbar geschlossenen Stützpunk der Airforce, und dort wurde er freundlich aber sehr bestimmt aufgefordert, seine Quellen für den HAARP-Artikel preiszugeben, was er natürlich nicht tat. Die erste Regel eines Journalisten sei es, seine Quellen zu schützen, was die NSA-Leute natürlich wenig beeindruckte.

Doch Gary hatte noch nicht einmal die vollen Namen dieser äußerst mutigen ehemaligen Soldaten, die ihm die Anlage gezeigt und deren Möglichkeiten erklärt hatten, und Fotos durfte er auch nicht dabei machen, das war viel zu riskant in einem abgeschirmten, streng geheimen asset des US Militärs. Die Antennenanlage war tief in Alaska versteckt und nur mit Jeeps und Schneemobilen zu erreichen, und diese zwei whistleblower hatten ihn dorthin gebracht und er hatte die mit eigenen Augen gesehen. Und nun hatte der mächtigste aller US Geheimdienste ihn auf dem Kieker, Gary mit seiner damals einzigartigen Website. Seine Telefone wurden abgehört, er durfte nicht mehr über dieses Thema schreiben, und ihm wurde eine Telefonnummer gegeben, die er anrufen sollte, um sein Leben wieder “auf die Reihe” zu bringen. Was Gary auch befolgte, obwohl er weiterhin für sein Web-Magazin schrieb und es auch heute noch tut. Schnitt.

Eine alte Sprache und ein archäologischer Fund

Der zweite Teil der Ereignisse dieses Buches (um die Jahrtausendwende herum) hatte mit Gary´s Fähigkeiten zu tun, eine der ältesten aller Sprachen entziffern zu können. Als Computerexperte hatte er eine Software entwickelt, die proto-Canaanite (Protokanaanäisch) ins alte Hebräische und dieses ins Englische übersetzte, oder zumindest entscheidend dabei half. Über viele Jahre hinweg hatte er dieses Hobby entwickelt und war daher im Kontakt mit vielen Wissenschaftlern und unabhängigen Forschern, die die uralten Petroglyphen in abgelegenen Gegenden Nordamerikas, Australiens und anderswo fotografierten und diese Fotos untereinander austauschten. Eines Tages bekam er ein paar Fotos aus dem Yemen, wo nahe des Dorfes Marib der Palast der Königin von Saba teilweise aus den Sanddünen ausgegraben worden war, ohne jegliche Presse natürlich. Per Google Earth fand Gary später, dass US Abfangraketen in dieser Gegend stationiert waren. Auf den Fotos, die ihm zugeschickt wurden, waren Arbeiter zu sehen, die vor der riesigen, im Sand der Sahara versunkenen, halb ausgegrabenen Steinwand posierten - und auf der Wand hinter den Arbeitern waren die äußerst gut erhaltenen Schriftzeichen eingemeißelt, in einer einzigen langen Reihe, und diese Reihe ging um die gesamte fußballfeldgroße Mauer, die frisch aus den Dünen gebuddelt worden war. Diese Schrift war Protokanaanäisch, und so bastelte Gary per Photoshop an diesen einzigartigen Underground-Fotos, bis er diese Zeichen in seine Software eingeben konnte und mit der Übersetzung begann.

Was dort geschrieben stand (und heute noch steht), und was von den dort anwesenden “akademischen” Archäologen natürlich abgestritten wurde (doch benutzten diese ein falsches Alfabet zur Übersetzung) war Folgendes: dass innerhalb dieser gigantischen Rundmauer die Bundeslade vergraben war, jene, die zuletzt in den Händen von König Salomon war und dann spurlos aus der Bibel und der Geschichte verschwand. Königin Saba war die Verfasserin des Textes auf der Mauer, und sie hatte ja mit König Salomon ein Techtelmechtel gehabt, was dann später Menelik getauft wurde. Menelik der Prinz kehrte als junger Mann zurück nach Jerusalem, um seinen Vater Salomon kennenzulernen. Und kurz darauf wurde Salomons Tempel zerstört und der Apparat genannt Bundeslade, oder YHWH, oder Tetragrammaton, verschwand spurlos.

Nicht nur eine Übersetzung, sondern ein wahres Freudenfest

Abgesehen von der Übersetzung des Buches (noch nicht erschienen) habe ich unter einem Pseudonym kurz über diesen Sachverhalt geschrieben. Schließlich ist die Bundeslade - Ark of the Covenant - das begehrteste und am meisten gesuchte Artefakt der Geschichte des Abendlandes, und diese neue Information musste einfach irgendwie raus. Gary zieht es vor, durch seine Begegnungen mit den Geheimdiensten nichts an die große Glocke zu hängen. Aber wen es interessiert, hier ist die kurze Zusammenfassung: http://www.redicecreations.com/article.php?id=11590





imageDie Geschichte des Buches geht natürlich noch weiter, aber man kann nachempfinden, warum ich als Übersetzer und als langjähriger Leser über ursprüngliche Kulturen und Rätsel der Geschichte mit dieser Übersetzung ein wahres Freudenfest hatte.  
Du hast Fragen zum Thema Indie-Übersetzung oder möchtest dein Buch übersetzen lassen? Du erreichst Jonee Tiedemann direkt unter jonee.tiedemann[at]gmail.com
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Jonee Tiedemann für die Zeit und Mühe, die er in seine Antworten investiert hat. Ohne dich wäre diese Artikelserie nie in diesem Umfang zu Stande gekommen - Danke Jonee!

Dieser Post ist zuerst auf meinem anderen Blog, dem PetitSalon erschienen. Da ich beide Blogs an dieser Stelle zusammenlege, veröffentliche ich den Artikel erneut. Ich bitte all diejenigen, die ihn bereits an anderer Stelle gelesen haben um Entschuldigung für die Doppelung!

Posted in , , . Bookmark the permalink. RSS feed for this post.

Leave a Reply

Search

Swedish Greys - a WordPress theme from Nordic Themepark. Converted by LiteThemes.com.