Blogtour: Die 10 besten Sommer-Romane aller Zeiten

Ja, ich gebe zu, dass sich der Titel dieses Posts wie Hochstapelei anhört, aber mal ehrlich, was hättet ihr denn gemacht, wenn euch Ute von von buch-talk.de vor mehr als zwei Wochen nach einem Titel für euren Beitrag zu dieser Blogtour gefragt hätte? Gesagt "Och, ich schreib so über Sommerfrust und Leselaune... ach und, nee, zu gewinnen gibt es bei mir nix" Und das hätte dann der krönende Abschluss einer Sommer-Blog-Tour werden sollen. Seht ihr! Und genau das ist der Grund, warum ihr heute hier nicht mehr oder weniger als die 10 besten Sommer-Romane aller Zeiten präsentiert bekommt. Los geht's!


1. Homer: Illias

Diese Geschichte hat einfach alles, was ein guter Sommer-Roman braucht: Exotisches Setting, schöne Frauen, etwas Lebensweisheit und natürlich viele Muskeln und noch mehr Schweiß. Das Ganze kommt auch noch in gebundener Sprache daher und verzückt somit nicht nur Schmökerratten, sondern auch kritische Geister. Du hast vom Kampf um Troja noch nicht im Original gelesen? Dann wird's aber Zeit. Wie gut, dass auch der Herbst den ein oder anderen Tag mit Lesewetter bereithält.

2. Goethe: Werther

Ja, ich weiß, ich kann euch förmlich vor mir sehen, mit den Augen rollend und überlegend, wie ihr es mir sagen sollt, um dann doch rauszuplatzen mit "ist das dein Ernst". Jawoll! Ich meine, viele von uns haben sich durch 4 Bände und damit rund 2000 Seiten Selbstmitleid gekämpft, um Twilight zu lesen. Außerdem bietet Werther viel mehr Leidenschaft, ist charmanter und hat mehr Stil als Bella. Und das ganz ohne Glitzer als Ziel seiner Anbetung.

3. Stig Larsson: Die Millenium-Trilogie

Schluss mit good old classics und Liebe, Lust und Leid. Die Kriminalromane des schwedischen Krimiwunders haben es in sich. Sie sind düster, es schneit oft und ihre Protagonisten haben Haare auf den Zähnen. Darum sind sie auch am besten im Sommer zu genießen, wenn es um eine herum hell und freundlich ist und man sich bei aller Sorge um die Bikini-Figur sicher sein kann, auf jeden Fall ansehnlicher zu sein als Lisbeth Wallander. Gleiches gilt im Übrigen meiner Ansicht nach auch für Männer, die sich mit Mikael Blomquist vergleichen. Außerdem ist um uns herum gerade keine große Staatsverschwörung im Gange, in die Mitglieder unserer Familie verwickelt sind. Wir können also entspannt am Strand die Hochspannung genießen.

4. McCarten, Anthony: Englischer Harem

Ein englisches Mädchen aus einfachen Familienverhältnissen findet in einem indischen Restaurantbetreiber ihre große Liebe. Einziges Hindernis ist für die beiden, dass ihr zukünftiger Ehemann bereits mit zwei Frauen verheiratet ist. Anthony McCarten schildert die Vorurteile, denen die beiden begegnen, bis sie endlich ihr Glück finden, mit stilsicherer Beobachtungsgabe, feiner Ironie und viel Sinn für Situationskomik. Dadurch gelingt ihm mit seinem Roman das Paradoxon einer leichten Gesellschaftskritik. Liest sich am besten bei indischen Temperaturen und einem guten Curry.

5. Hanekamp, Tino: So was von da

Oskar Wrobel ist am Ende. Nach wieder einmal durchzechter Nacht wacht er mit rasenden Kopfschmerzen auf und sieht sich einem Kiezganoven gegenüber, der ihn um 10.000 Euro erpresst. Dass Oskar nicht nur bereits reichlich Schulden hat, sondern der Club, den er betreibt, auch noch schließen muss und er darum eine letzte Party zu organisieren hat, macht die ganze Sache nicht besser. Und dann ist da auch noch seine verlorene Liebe Mathilda. Doch gemeinsam mit seinen Freunden bringt er seinen Club ein letztes Mal zum rocken und reißt dabei auch gleich seine Leser mit. Dieser Roman ist nicht nur für er ist auch wie eine heiße Sommernacht.

6. Smith, Zadie: Zähne zeigen

Der erste Roman von Zadie Smith ist ein Potpourri aus Londoner Lebensgeschichten, die alle miteinander verwoben sind. Da ist einerseits eine Familie mit bengalischem Migrationshintergrund und auf der anderen Seite eine gemischtenglisch-jamaikanische Familie. Beide Väter sind miteinander befreundet. Doch Smith schildert nicht nur die Männerfreundschaft, sondern auch das Leben ihrer Kinder, ihrer Frauen und teilweise auch ihrer Eltern (die jamaikanische Großmutter mit ihrem apokalyptischen Glauben wird zum Beispiel in schillernden Farben beschrieben). Kaum hat man dieses Buch angefangen, ist man auch schon damit fertig und verlangt nach mehr.  

7. Swarup, Vikas: Rupien, Rupien

Die Vorlage zum Film "Slumdog Millionaire" ist nicht immer angenehm zu lesen. Der Protagonist wird in nur wenigen Minuten vom Gewinner einer Quizshow zum Folteropfer in einem Gefängnis in Mumbai. Erst als seine Anwältin auftaucht, kann sowohl der Icherzähler als auch der Leser aufatmen, denn nun beginnt Ram Quizfrage für Quizfrage seine Geschichte zu erzählen. Die ist voll von Abenteuern, Freundschaft, Enttäuschungen und immer wieder der Hoffnung, eines Tages von einem Unberührbaren zu einem als ebenbürtig anerkannten Menschen zu werden. Viel besser als der Film!

8. Rowling, J.K.: Harry Potter und der Stein der Weisen

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Harry Potter. Ich war mit einer Freundin im Sommerurlaub in Schweden und hatte wie so oft nicht ausreichend Bücher einpacken können. Trotz großen Widerstandes meinerseits hat sie mich irgendwie dazu bekommen, den ersten Teil der Serie zu lesen und wie bei so Vielen war das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Der erste Harry Potter ist darum für mich bis heute untrennbar mit schwedischem Sommer verbunden.

9. Murakami, Haruki: Kafka am Strand

Murakami ist in meinen Augen ein ganz besonderer Schriftsteller. Sein eigenartiger fantastischer Realismus lässt seine Romane gleichzeitig entrückt und faszinierend erscheinen. In diesem, meinem liebsten Roman von ihm, sucht der junge Japaner Kafka nach seiner verlorenen Mutter. Mehrmals glaubt er sie in der Realität gefunden zu haben, bis er schließlich in eine Fantasiewelt eingeht, wo er dann seinen Frieden findet. Kafka am Strand sollte natürlich unbedingt am Strand gelesen werden.

10. Hoffmann, E.T.A. Die Elixiere des Teufels 

Einer meiner ganz großen Helden der Literaturgeschichte ist E.T.A. Hoffmann. Ich liebe seine Erzählungen, seine Schauergeschichten und diesen Roman. Außerdem halte ich ihn für ein oftmals missverstandenes Universalgenie, das neben dem Schreiben auch malen und komponieren konnte und außerdem ein hervorragender Jurist gewesen sein soll. Die Elixiere des Teufels berichten von einem Mönch, der sich vom Teufel besessen glaubt und dem wir heute eine multiple Persönlichkeitsstörung diagnostizieren würden. Ein bisschen schaurig ist diese Geschichte natürlich schon, darum liest sie sich auch am besten bei einem kräftigen Sommergewitter.

Nachdem ich euch nun meine absoluten Sommer-Highlights vorgestellt habe und bevor ich euch nach euren frage, möchte ich noch kurz innehalten und die Blogtour Revüe passieren lassen. 14 Blogerinnen und Blogger haben in ebenso vielen Tagen ihre Sommererlebnisse mit euch geteilt und viele von uns haben den Anlass genutzt, etwas zu verlosen. Mit dabei waren: Svenja (www.wondersbuecherkiste.blogspot.de), Christine
(www.bookscupcakes.blogspot.de), Franziska (http://buecherchaos.wordpress.com), Andrea (www.angelheart76.blogspot.de), Claudia (www.buchsuechtige.blogspot.de), Tanja (www.lesenundmehr.wordpress.com), Franziska (www.griinsekatzesleseecke.blogspot.de), Summer (www.schluesselreiz.blogspot.de), Melanie (www.bookrecession.wordpress.com), Uwe (www.taechl.blogspot.de), Jana (www.janameinewelt.blogspot.de), Lielan (www.lielanreads.blogspot.de), Sandra & Katja (www.kasasbuchfinder.wordpress.de).

Und im Namen aller Teilnehmer möchte ich mich ganz herzlich für die gute Organisation dieser Blogtour von Ute (www.buch-talk.de) bedanken.

Und jetzt brenne ich natürlich darauf, zu erfahren, welcher für dich der beste Sommerroman aller Zeiten ist!





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3 Responses to Blogtour: Die 10 besten Sommer-Romane aller Zeiten

  1. Nummer 4,6,7 und 9 klingen vielversprechend!!! =) Auch wenn ich slumdog millionaire gesehen habe, meist ist es ja wirklich so, dass die Bücher besser sind als der Film... Also mir persönlich würde spontan noch ein Buch einfallen, dass ich erst kürzlich gelesen habe! Es heißt "Schöne Ruinen" und ist eine Art Hommage an Filme und alles was mit dem Schreiben zu tun hat... (Hab auch eine Rezension dazu geschrieben). Wirklich sehr empfehlenswert- ich hab es in Rimini am Strand gelesen :D Liebe Grüße

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  2. Interessanterweise habe ich "Zähne zeigen" (White Teeth) vor einigen Jahren für die Uni lesen müssen und habe es gar nicht gemocht. So verschieden können Meinungen sein!

    Für mich gibt es keine Sommer/Winterbücher - ich lese im Sommer das, was ich auch sonst lesen würde. Da mein SUB gen Himmel wächst, versuche ich einfach, ihn abzuarbeiten :)

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  3. @Feuerblut Ja, Geschmäcker sind natürlich unterschiedlich und manchmal gibt es für ein Buch auch eine passende bzw. unpassende Lebenslage oder Stimmung.

    Meinen SuB verdränge ich regelmäßig, es wäre wohl eine Lebensaufgabe, ihn ernsthaft abarbeiten zu wollen. Es kommen auch ständig neue Bücher hinzu... seufz

    @Josephine Deine Rezension klingt toll. Manchmal sind diese kleinen Überraschungsbücher das beste, was einem passieren kann. Man erwartet nichts und bekommt alles - das mag ich mit am Liebsten beim Bücherstöbern!

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