All-Age-Fantasy Rezension: Warum Cynthia J. Omololus Name um einiges spannender ist als ihr Buch "Für immer die Seele"

Ich habe dieses Buch von unserer Schulpraktikantin empfohlen bekommen, was ich hier nicht unerwähnt lassen möchte, da es zeigt, dass es durchaus eine Alternative zu meiner Meinung gibt. Die Idee, dass Menschen aufeinander treffen, die sich an ihre früheren Leben erinnern, hätte auch durchaus innovativ umgesetzt werden können. Statt dessen erschafft Cynthia J. Omololu in alter Twilight-Manier eine mittelmäßige und recht langweilige Protagonistin, die sich in einen umwerfend aussehenden Typen verliebt, der ein dunkles Geheimnis hat. Das einzige, was Cynthia Omololu Stefanie Meyer zweifelsfrei voraus hat, ist ihr Name - vielleicht sollten die beiden sich zusammentun...

Ein Sommer in London

Nicole, genannt Cole, ist ein ganz normaler Teenager bis sie plötzlich in den Sommerferien in London von Visionen heimgesucht wird. Ein Ort, ein Geruch, in fremden Sprachen geschriebene Texte - es gibt viele Auslöser für diese kurzen Anfälle. Als sie gerade mit ihrer Schwester die Kronjuwelen besichtigen will, wird sie wieder einmal heimgesucht und fällt für kurze Zeit in Ohnmacht und in die starken Arme eines Jungen. Obwohl sie daraufhin nur eine Stunde miteinander verbringen und noch nicht einmal ihre Telfonnummern austauschen, ist Cole von dem Typen mit den blondgesträhnten Locken und dem Surferkettchen nachhaltig beeindruckt.

Eine alte Seele

Als sie sich dann tatsächlich zu Hause in Amerika wieder begegnen, beginnen sie eine mehr oder weniger zarte Romanze. Griffon wird zu dem Einzigen Menschen, der weiß, was mit Nicole los ist, da er ihr Schicksal teilt. Sie beide sind nämlich Akhet, also Menschen, die sich an frühere Leben erinnern können. Da Griffon sich schon länger und intensiver erinnern kann, wird er zu etwas wie einem Mentor für Cole. Doch natürlich ist die Welt der Akhet nicht immer romantisch, denn einige von ihnen können rachsüchtig sein. Es zeigt sich bald, dass es Cole nur schlecht gelingt, zu unterscheiden, wer ihr Gutes und wer ihr Böses will.

Cole und Griffon vs. Bella und Edward

Ein naives junges Mädchen trifft einen erfahrenen älteren Mann, der durch mystische Zusammenhänge in einen jungen gutaussehenden Körper geraten ist. Das kennen wir alle spätestens seit der Twilight-Saga von Stefanie Meyer. Ebenso wie Bella ist Cole unscheinbar und ziemlich langweilig. Ebenso wie Edward ist Griffon weise und erfahren und doch steckt auch etwas Böses in ihm. Alle vier - Bella, Edward, Cole und Griffon - bewegen sich in einer Parallelwelt, die mitten in der realen Welt existiert. Doch was bei Meyer noch durch straff angezogene Spannungsbögen am Ende und plötzliche Wendungen innovativ wirkte, wird bei Omololu zum bloßen Abklatsch.

Wieder eine Trilogie

Da hilft es auch nicht, dass diese Seelen-Geschichte nach aktueller Mode zu einer Trilogie werden soll. Das Ende ist so offen und gleichzeitig sind die Fäden für den zweiten Teil bereits so offensichtlich angelegt, dass man weder das Gefühl bekommen kann, ein spannendes Buch gelesen zu haben noch ein weiteres Solches vor sich zu haben. "Für immer die Seele" scheint eigentlich nur auf "Für immer die Seele 2" hinzuarbeiten, das voraussichtlich nur zum Zwischenteil von 1 und 3 werden wird (auch Stefanie Meyer ist der zweite Teil von Twilight überhaupt nicht gelungen, da er zum bloßen Zwischenstück verkam). Trotz wohlklingendem Autorennamen und hübschem Cover kann ich also von der Lektüre dieses Buches nur herzlich abraten, es sei denn, du möchtest dich mal so richtig gepflegt der Langeweile hingeben. Eine enttäuschende Leseerfahrung.

Omololu, Cynthia J.: Für immer die Seele. Dressler Verlag 2013. ISBN: 978-3-7915-1505-2. 17,95€.



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2 Responses to All-Age-Fantasy Rezension: Warum Cynthia J. Omololus Name um einiges spannender ist als ihr Buch "Für immer die Seele"

  1. Ich habe auch beschlossen, dass ich den zweiten Teil ganz sicher nicht lesen muss, wenn auch mein Urteil nicht ganz so vernichtend war. :-)

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  2. Hey Tintenhain,
    habe gerade mal deine Rezension angeguckt und entdeckt, dass du das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen hast. Ich finde, das kann helfen, da man dann oft Facetten entdeckt, die einem selber nicht so wichtig waren. Da werden dann plötzlich unscheinbare Romane durch die Diskussion interessanter. Trotzdem war dein Urteil dann ja auch eher kritisch. Den zweiten Teil werden wir uns also wohl beide sparen :)
    Liebe Grüße,
    Mareike

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