Päng! Zeit für ein neues Magazin

Man kann es anfassen, es fühlt sich gut an und es riecht nach Papier. Päng! ist ein neues Magazin und es ist vor allem eins - ganz anders. Die vierte Ausgabe erzählt vom Träumen. Das ist fast schon wie Kurzgeschichten lesen. Aber hier ist alles wahr. Also doch kein Traum, oder?



Wie eine Buchbloggerin zu einem Magazin kam

Als Eva aus der Presseabteilung des Päng!-Magazins mich anschrieb, um mir ein Rezensionsexemplar anzubieten, musste ich erst einmal überlegen. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der Magazine liest, habe selber keines abonniert und lasse mich nur etwas widerwillig und äußerst selten von Freunden überreden, eine ihrer Lieblingszeitschriften durchzustöbern. Ein Blick auf die Webseite von Päng! hat mich allerdings überzeugt. Dieses Magazin möchte vor allem eines sein, anders als die anderen und das gelingt auch ganz hervorragend.

Von U-Bahn-Poeten, Zirkusartisten und Pornografie

Timo ist 39 und liest nebenberuflich Fremden in der U-Bahn seine Gedichte vor. Für 0,50 Euro kann man seine Texte kaufen - oder man hört einfach nur zu. Das machen wenige. Viele schauen weg oder ignorieren ihn, erzählt der Künstler im Interview. Für ihn ist das Lesen und Schreiben dennoch wichtig. Ein erfüllter Lebenstraum. Hauptberuflich macht er etwas anderes, etwas "absurdes" wie er selbst sagt.

"Manege frei" heißt es täglich für Julian. Der Zirkusartist mit dem Geigen-Tattoo auf dem Bauch ist Teil einer Sprungnummer. Springen tut er selber nicht, aber er hält und fängt seine Kollegen. Da ist Präzision gefragt und unermüdliches Training. Für Julian und seine Familie ist das Leben für den Zirkus Alltag, kein Abenteuer, sondern Arbeit, die Spaß macht.

Eine Doktorandin meines Alters berichtet über ein Pornografie-Projekt, in welchem sie sechs Körper einander begegnen lässt und schaut, was passiert. Daraus macht sie einen Film. Die 300 Zuschauer bei der Premiere überwältigen sie. Sie ist in einer ganz ähnlichen Lebenssituation wie ich selbst und doch wirkt ihr Lebensmittelpunkt so anders. Sie beschäftigt sich mit Dingen, die gesellschaftlich tabuisiert werden, sie bricht aus der Norm aus und verwirklicht ihre Interessen.

Wenn Träume wahr werden

Die Lebensentwürfe, die in der neuen Päng! gezeigt werden, könnten unterschiedlicher nicht sein. Trotzdem stellt die Redaktion sie alle gleichberechtigt nebeneinander. Vorurteile werden nicht zugelassen, die Berichte sind ganz unprätentiös und ungeschönt - gerade das macht sie so schön. Denn eigentlich wird hier gar nicht so sehr über Träume berichtet, sondern von Alternativen erzählt. Einfach mal machen! So scheinen die Artikel in ihrer Gesamtheit zu rufen. Das macht Spaß beim Lesen und regt die Kreativität an, denn plötzlich fragt man sich, was man selbst wohl alles einfach mal machen könnte.

Ich danke Eva und der gesamten Päng!-Redaktion für die Bereitstellung des Leseexemplars und die inspirierende Lektüre!


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