Interview über „Veränderung“ von Sarina Rossi

Sarina Rossi ist gerade einmal 16 Jahre alt und hat bereits ihren ersten Roman veröffentlicht - als Indie-Autorin im Selbstverlag. Ich freue mich, dass sie mir für meine Interview-Reihe zum Thema Indie-Literatur Rede und Antwort stand.

Sarina, wie würdest du dein Buch beschreiben?

Grob gesagt geht es um den Konflikt eines Mädchen mit sich selbst und der Gesellschaft, um die Liebe innerhalb der Familie und um die erste Liebe eines Mädchens zu einem Jungen gekoppelt mit reichlich Action. Viele Mädchen in meinem Alter, ebenfalls ich war davon betroffen, durchlaufen eine kleine Pubertätskrise: Sie fühlen sich unwohl in ihrem Körper und in der Schule, haben keinen Freund und keine Freundinnen, auf die Verlass ist, sind sich nicht sicher, ob sie am richtigen Ort sind und wissen nicht was sie überhaupt in ihrem Leben erreichen wollen. In dieser Zeit wünschte ich mir eigentlich nur eines: Eine Veränderung. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch aufzeigt, dass sich kein Mensch auf der Welt verstellen sollte und für sich und seine Träume einstehen muss. Trotz schlechten, traurigen Zeiten darf man die Hoffnung und den Willen nie aufgeben, denn eine Besserung wird immer kommen.

Die Situation im „Empire“ ist ja sehr düster – es gibt ein streng hierarchisch-elitäres System und den absoluten Überwachungsstaat – wie kommt ein 16-jähriges Mädchen wie du darauf, ein Buch über solche Themen zu schreiben?

Meiner Meinung nach stellt das Empire unser Leben in einer extremeren Form dar. Jeden Tag, wenn ich mit der Bahn von der Schule nach Hause fahre, stört es mich, dass die Bahn mit Überwachungskameras ausgestattet ist. Ich sehe und verstehe den Aspekt der Sicherheit dahinter, aber ist es nicht schon fast beängstigend, wie viel Informationen der Staat über uns besitzt? Besonders nach einem Aufenthalt im Süden oder in Asien frage ich mich immer, wieso es hier so viele Regeln gibt?

In den anderen Ländern funktioniert es genau so gut, nur sind dort die Menschen weniger eingeschränkt und freier. Regeln sind gut und notwendig, aber bei manchen Dingen kann ich nur noch den Kopf schütteln. All die Zeit und das Geld, dass in Fragen wie „Ist es ungerecht, dass es Fußgängerstreifen heißt und nicht Fußgäner- und Fußgänerinnenstreifen?“ sollte man lieber in die Bildung, die Gesundheit und in benachteiligte Kinder investieren.

 Die Protagonistin Lia wird ebenfalls in der Schule mit sehr viel Arroganz und Unechtheit kontaktiert. In Zürich ist es das sehr extrem: Wenn man ein anderes Mädchen auf der Toilette trifft, wird man von oben bis untern durchgescannt. Gerade wenn man sich noch nicht wirklich wohl in seiner Haut fühlt, sind solche Sachen für das Selbstbewusstsein und die Entwicklung schädlich und manche Mädchen werden sogar krank. Das Leben in Zürich hat natürlich auch sehr viele schöne Seiten, doch wenn man in einer solchen Pubertätskrise ist, sieht man alles schwarz. Mit dem Buch wollte ich einerseits an manche Leute appellieren die anderen Menschen einfach leben zu lassen und andererseits wollte ich die Betroffenen zu einer Veränderung motivieren.

Würdest du dich als „Indie-Autorin“ beschreiben?

Ich habe mein Buch ja beim Selbstverlag BoD publizieren lassen und würde es auch jederzeit wieder tun. Mir gefällt es, dass ich selbst entscheiden kann, welches Format mein Buch hat, welches Layout und ganz wichtig, wie das Cover aussieht. Reich wird man mit einem Selbstverlag sicherlich nicht, aber mir geht es darum, dass es so viele Menschen wie möglich lesen und Freude daran haben. Das Thema des Buches ist nicht gerade unkommerziell, aber gerade weil ich noch so jung bin, denke ich, dass die Identifikation der Leser mit dem Buch weit aus größer sein könnte als bei anderen Büchern mit ähnlichem Thema.

Was bedeutet das Schreiben für dich?

Das Schreiben ist für mich eine Art Abtauchen in meine selbst erschaffene Welt. Manchmal ein Ausblenden meiner Probleme, manchmal wie in „Veränderung“ eine direkte Konfrontation. Durch das Schreiben an meinem ersten Buch „Veränderung“ habe ich vor allem auch sehr viel als Persönlichkeit gelernt. Die Krise, die ich schon öfters angetönt habe, ist seither überwunden und ich bin viel selbstbewusster und glücklicher geworden. Mein Ziel ist es, mit meinem Buch anderen Mädchen das Gleiche zu ermöglichen und sie zu stärken, oder auch einfach nur zu unterhalten oder zum Nachdenken anzuregen, Hauptsache irgendeine Emotion kommt beim Leser an.

Worauf dürfen sich deine Leser als Nächstes freuen?

Da mein Buch ja erst seit Mitte Januar erhältlich ist, ist es noch unklar, ob es eine Fortsetzung geben wird, oder vielleicht doch eine ganz neue Geschichte.
Mir gefallen die Charaktere und ich würde eigentlich gerne noch etwas weiter mit ihnen spielen. Allerdings ist es, da es sehr persönlich ist, auch stark abhängig von meiner eigenen Entwicklung und Erfahrungen. Es ist also alles noch offen. Mein allergrößter Traum wäre es, wenn das Buch irgendwann verfilmt werden würde, aber darauf kann ich nur hoffen.

Ich wünsche dir viel Erfolg für die Zukunft und danke dir für das Interview!

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Dieser Post ist zuerst auf meinem anderen Blog, dem PetitSalon erschienen. Da ich beide Blogs an dieser Stelle zusammenlege, veröffentliche ich den Artikel erneut. Ich bitte all diejenigen, die ihn bereits an anderer Stelle gelesen haben um Entschuldigung für die Doppelung!

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