Blogger-Nähkästchen: Einen Blog mit Twitter und Facebook bekannt machen - eine Kosten-Leistungs-Rechnung

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade von Martin Grünstäudl. Ich habe mich bisher in meiner Artikelserie Blogger-Nähkästchen - wie ihr bestimmt gemerkt habt - um das Thema Bekanntmachung von Blogs gedrückt. Das kommt vor allem daher, dass ich ein zwiegespaltenes Verhältnis dazu habe, einen Blog über Social Media bekannt zu machen. In der Szene gilt es zwar als Muss, doch zeigen viele Negativbeispiele wie Twitter und Facebook und inzwischen auch zunehmend Google+ als Spamplattformen missverstanden werden. Möchte man selbst erfolgreiche Profile aufbauen, um den eigenen Blog zu pushen, so bringt das erhebliche Kosten mit sich. Wie immer ist dabei nicht Geld, sondern die Währungen des Internets gefragt - Zeit und Datenmaterial.

Twitter

Beobachtungen

Seinen Blog mit Twitter zu verbinden, ist oft das Erste, was ein Blogneuling empfohlen bekommt. Dabei stellt sich nicht selten das Hindernis in den Weg, dass noch gar kein Twitter-Account da ist. Schnell wird einer eingerichtet und, sobald ein neuer Post auf dem Blog ist, wird dieser wiederholt in den Raum gezwitschert. Follower sind erst einmal nur wenige da, die werden allerdings reichlich mit Eigenwerbung versorgt.

Doch nicht nur Neulinge nutzen Twitter hauptsächlich als Werbeplattform. Auch wer schon eine große Followerschaft hat, wird durch die Zwanglosigkeit und Schnelligkeit des sozialen Mediums oft dazu verleitet, einen Tweet x-mal zu posten. Wer jetzt einwendet, dass man bei Twitter einen Post nur einmal absenden kann, hat zwar recht, vergisst jedoch, dass leichte Abwandlungen vom Medium nicht erkannt werden. Aus Selbstbeobachtungen weiß ich, was mit solchen Twitteren passiert - man geht nicht mehr auf die Links des Twitterers und wenn der Spam nicht aufhört, entfollowed man.

So ist's richtig

Es gibt genügend Anleitungen, die berichten, wie Twitter korrekt genutzt wird. Wenig Eigenwerbung sei gut, Retweets helfen immer und geistreiche Sprüche ohne Hintergedanken auch. Ich habe sogar schon Berechnungen gelesen, in denen von 10% Eigenwerbung als Ideal gesprochen wurde. Der Rest ist zuhören, Antworten, andere Twitterer empfehlen und auch mal eine Portion Non-Sense in den Raum werfen.

Die Kosten

Datenmaterial: Gering, da ausschließlich verlinkt wird. Profilinformationen bleiben dem Nutzer überlassen, anonyme Anmeldung ist möglich.

Zeit: Tägliche Nutzung bringt die besten Ergebnisse, ganztägige Nutzung noch bessere, da so die meisten Follower erreicht werden. Mehrmals täglich posten wird also empfohlen.

Das Ergebnis

Ich habe inzwischen rund 700 Follower auf Twitter und twittere etwa seit 1,5 Jahren. Im ersten halben Jahr 2013 habe ich laut Analytics über Twitter etwa 2,6% der Besuche meines Blogs generieren können. Das sind etwa 38 Besucher, die über Twitter zu mir fanden.

Facebook

Beobachtungen

Auf immer mehr Blogs und in immer mehr Ratgebern wird Bloggern empfohlen, eine Facebook-Page anzulegen. Auch ich habe mich daran gewagt. Auf Facebook wird der Versuch unternommen, mit den Lesern ins Gespräch zu kommen, über Kommentare Interaktionen zu initiieren. Ziel ist, dass die eigenen Inhalte möglichst häufig geteilt werden und man so besonders viele Likes bekommt und damit auch neue Leser, die die dosierte Eigenwerbung auf deiner Seite entdecken.

So ist's richtig

Wieder wird empfohlen, wenig Eigenwerbung zu machen, viele Fremdinhalte zu liken und ab und zu, quasi als "extra" einen persönlichen Status oder ein Bild zu posten. Am besten ist es auch hier, sich täglich umzusehen und so viel Präsenz zu zeigen wie möglich.

Die Kosten

Datenmaterial: Sehr hoch. Facebook ist eine Datenkrake, die Rechte an all deinen Postings verlangt. Daten, die du Facebook einmal gibst, behalten sie dort für immer - das gilt sogar für alte Passwörter...

Zeit: Hoch. Täglicher Einsatz ist gefragt.

Das Ergebnis

Im ersten halben Jahr 2013 habe ich laut Analytics über Facebook etwa 5,5% der Besuche meines Blogs generieren können. Das sind etwa 80 Besucher, die über Facebook zu mir fanden.

Google+

Beobachtungen

Google+ wächst und gedeiht im Moment. Die Verknüpfung mit Blogger wird enger, da das Kommentarsystem nun auch abgestimmt ist. Verwundert bin ich auch hier wieder über Nutzer, die einen Post x-mal teilen, schließlich wird das doch jetzt auch auf dem Blog sichtbar. Gleichzeitig bekommt man durch das neue Kommentarsystem deutlich mehr + und hat damit nicht nur einen sichtbaren Interaktionsvorteil, sondern gleichzeitig auch bessere Chancen im Kampf um Suchmaschinenrankings.

So ist's richtig

Einmal teilen und dann auf + und Kommentare warten. Dann antworten und ins Gespräch kommen. Ähnlich wie bei Twitter können auch Fremdartikel geteilt und kommentiert werden, sodass sich Diskussionen über kontroverse Themen ergeben können. Auch hier lohnt der tägliche Blick auf die Posts der Menschen, denen du folgst, denn nur so bleibst du am Ball.

Die Kosten

Datenmaterial: Extrem hoch. Google ist ein multifunktionaler Dienst, der all deine Daten zusammensammelt, sei es nun die deines Mailaccounts, deines Kalenders, deiner Dokumente oder die deines Blogs (es gibt noch wesentlich mehr Dienste, die so zusammengeführt werden).

Zeit: Hoch. Tägliche Updates zahlen sich aus.

Das Ergebnis

Im ersten halben Jahr 2013 habe ich laut Analytics über Google+ etwa 3,8% der Besuche meines Blogs generieren können. Das sind etwa 56 Besucher, die über Google+ zu mir fanden.

Soziale Netzwerke sollten als soziale Netzwerke betrieben werden

Zurück also zur Ausgangsfrage, ob soziale Netzwerke genutzt werden sollten, um Blogs bekannter zu machen. Meine Antwort ist ein klares Jein ;) Mit geringem bis extrem hohen Einsatz persönlicher Daten und gleichbleibend hohem Zeitaufwand ist ein eher als mäßig zu bezeichnendes Ergebnis zu erzielen. Soziale Netzwerke sollten darum in meinen Augen in erster Linie als solche genutzt werden. Hat man Spaß am teilen von Dingen und nutzt das Medium zum Selbstzweck, so sind ein paar Besucher mehr auf dem Blog, die man durch gelegentliche Eigenwerbung bekommen kann, schon prima. Bist du also schon sozialer Netzwerker, so mache deinen Blog ruhig auch hier bekannt. Soziale Netzwerke eigens zu besiedeln, um den Blog zu bewerben kostet zu viel und bringt zu wenig. 

Was hast du für Erfahrungen mit der Verknüpfung von Sozialen Netzwerken und Blogs?


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2 Responses to Blogger-Nähkästchen: Einen Blog mit Twitter und Facebook bekannt machen - eine Kosten-Leistungs-Rechnung

  1. Super Beitrag, habe vor zwei Monaten einen Blog erstellt und bin gerade auf der Suche nach den Wegen, wie ich die Leute auf meinen Blog leite. Experimentiere halt etwas. Bisher habe ich die besten Erfahrungen mit G+ gemacht. Innerhalb einer Woche habe ich fast 50 Follower gewonnen. Auf jeden Fall, Danke für deine Empfehlungen! LG Monika

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  2. Sehr interessanter Beitrag. Ich habe mir vor einigen Tagen einen Blog erstellt und suche nun einen Möglichkeit diesen zu verbreiten. Deine Tipps werd ich mir zu Herzen nehmen und sie testen! VG Kerstin

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