Blogger-Nähkästchen: Verantwortung oder ein Wort zu Amazon

Aus aktuellem Anlass möchte ich den heutigen Blogger-Nähkästchen-Post dem Thema Verantwortung widmen. Als Blogger stehen wir in der Öffentlichkeit und tragen dadurch automatisch zur öffentlichen Meinung bei. Als Buchbloggerin kann ich einen Bericht, wie die kürzlich ausgestrahlte ARD-Dokumentation "Ausgeliefert - Leiharbeiter bei Amazon" nicht ignorieren. Dabei sind die dort angeführten Argumente im Grunde nur ein weiterer Tropfen im Pool negativer Eigenschaften des Online-Händlers, derjenige, der bei mir nun das Fass zum überlaufen bringt. Doch was tun, wenn der bequeme 1-Klick-Kauf wegfällt? Ich zeige euch hier meine Konsequenzen auf und möchte gleichzeitig Hoffnung machen - es gibt Alternativen!



Die Verantwortung des Bloggers oder, warum Amazon nun für uns ein Thema sein muss


Vor etwa zwei Wochen hinterließ mir AndreasLoeffle einen Kommentar zum vorletzten Blogger-Nähkästchen. Er wies mich darauf hin, dass er meine Partnerlinks gerne nutzen, aber nicht bei Amazon kaufen würde. Damit setzte Andreas einen Denkprozess in Gang, den ich schon öfter durchlaufen hatte. Ich stellte mich der Frage, inwiefern Blogger Einfluss auf Konsumverhalten ihrer Leser haben können und welchen Unterschied es macht, ob man einen Link zu Amazon oder einem anderen Unternehmen setzt. Man könnte meinen, dass so oder so weiter bei Amazon gekauft würde. Doch gerade nach der ARD-Reportage möchte ich das nicht mehr unterstützen. Als Buchbloggerin gebe ich Empfehlungen und Tipps, welche Bücher man kaufen sollte und von welchen man besser die Finger lässt. Warum also sollte ich dies nicht auch mit Unternehmen tun? Ich schreibe hier zwar auch für mich, da mir das Schreiben Spaß macht, doch natürlich schreibe ich auch für euch, meine Leser. Ich möchte Orientierung bieten - nicht nur auf dem Gebiet der Literatur, sondern auch auf dem mehr als unübersichtlichen Buchmarkt. Ich gebe diese Empfehlungen öffentlich und kann mich darum nicht vor der Verantwortung drücken, die ich dadurch trage. Ich schreibe nicht nur privat, sondern auch mit meiner Erfahrung als Buchhändlerin und Studentin und möchte zu einem reflektierten Umgang mit dem eigenen Konsumverhalten anregen.

Der Fall Amazon - von Dumping bis Ausbeutung


Dass Amazon als Unternehmen kritisch betrachtet werden sollte, weiß man nicht erst seit der ARD-Reportage. Es begann mit der berechtigten Angst, dass der Internet-Riese eine Gefahr für den stationären Buchhandel sein könnte. Dass tatsächlich eher die großen Ketten als die kleinen Buchläden unter der Konkurrenz leiden, darüber berichtete zum Beispiel der Deutschlandfunk in einem Interview von der letzten Frankfurter Buchmesse. Mit einem offenen Brief reagierte der Ch. Schroer Verlag als erster deutscher Verlag auf die Vorwürfe von Amazon und stellt klar, dass das Verhältnis vom Kleinverlag zum Großkonzern schon lange belastet ist. Mit ungerechtfertigten und viel zu hohen Rabatten zwang der Internetriese die Verlage in die Knie. Ein Geschäft ist der Verkauf über Amazon darum schon lange nicht mehr, sondern eher eine Marketing-Maßnahme, denn was es bei Amazon nicht gäbe, das gäbe es in den Augen vieler Kunden gar nicht. Doch Amazon übt nicht nur direkten Druck auf die deutschen Verlage aus. Auch die Ankündigung, selbst ins Verlagswesen einzusteigen, bringt der Branche weitere beengende Konkurrenz. Amazon, das sei in den Augen vieler Kunden immer noch die günstige Alternative, das habe die Buchhändlerin Petra Hartlieb durch intensive eigenständige Marktforschung herausgefunden, berichtet Sybille Hamann auf ihrem Blog. Ein Eindruck, der trügt, denn durch die gesetzlich festgehaltene deutsche Buchpreisbindung müssen Bücher überall zum selben Preis verkauft werden. Festgelegt wird dieser Preis durch die Verlage, womit wir wieder bei den Auswirkungen wären, die Amazon auslösen könnte, wenn es selbst (auch bei uns) ins Verlagswesen einsteigt. Ich erinnere mich noch gut an einen Artikel aus der Zeit im Jahr 2011, in dem dargelegt wurde, auf welche Weise von Amazon verlegte Bücher zu Niedrichstpreisen angeboten werden können. Übersetzer sollten nach amerikanischem Recht angestellt werden und die Jobs würden nach einem einfachen Prinzip vergeben - wer sich am billigsten verkauft, bekommt den Job. Wie ihr seht, verfolge ich die Entwicklung von Amazon auf dem deutschen Buchmarkt schon einige Zeit und doch war ich bis heute ebenfalls Kundin des Onlinehändlers und nahm am Partnerprogramm teil. Ähnlich wie der Ch. Schroer Verlag konnte ich verkraften, dass Amazon wirtschaftlichen Druck ausübt. Was ich aber nicht akzeptieren kann, ist, wenn Menschen unwürdig behandelt werden.


Ich möchte hier niemanden dazu aufrufen, einen Konzern blind zu boykottieren. Ich denke, dass die Reportage von Diana Löbl und Peter Onneken durchaus kritisch betrachtet werden kann. Sie stellen darin dar, dass Amazon Leiharbeiter aus dem europäischen Ausland rekrutiert, die für 8,52 Euro pro Stunde (12% weniger als ursprünglich einmal versprochen) als Lageristen bei Amazon arbeiten müssen. Sie werden morgens in überfüllten Bussen zur Arbeit gebracht und abends wieder abgeholt. Viele von ihnen arbeiten auch nachts. Es gibt zu wenig Busse und oft müssen die Arbeiter lange draußen warten. Sie werden in kleinen Hütten in einem Ferienpark untergebracht und leben zu siebt auf engstem Raum. Bewacht werden sie von einem Security-Dienst, der - so die Vorwürfe der Autoren - seine Mitarbeiter aus der Neo-Nazi-Szene rekrutiert. Die gezeigten Bilder sind düster. Stellungnahmen von Amazon werden den Journalisten verweigert. Als Nebenjob-erfahrene Studentin bin ich ehrlich gesagt eher wenig schockiert von den Löhnen, die die Arbeiter bei Amazon verdienen. In einer ersten Stellungnahme des Konzerns wird wohl nicht zuletzt darum der Schwerpunkt auf die gar nicht mal so unübliche Lohnzahlung gelegt. Auch die vielen befristeten Arbeitsverträge, die der Konzern vergibt, sind wohl kaum eine Alleinschuld von Amazon. Schließlich sind auf dem gesamten Arbeitsmarkt zurzeit unbefristete Verträge eher rar gesät. Was mich aber dazu bringt, Amazon nun endgültig den Rücken zu kehren, sind die engen Behausungen, die mangelnde Verkehrssicherheit während des Transports und die Überwachung durch die verdächtig erscheinenden Security-Leute. Auch wenn die Vorwürfe von Amazon nun erst einmal geprüft werden sollen und Vorverurteilungen nicht meinem Rechtsempfinden entsprechen, reicht mir inzwischen die Fülle der zweifelhaften Marktstrategien, um Amazon nicht weiter zu unterstützen. Am schlimmsten ist es dabei in meinen Augen, Menschen wie Ware zu behandeln, die Massenhaft eingekauft oder freigesetzt wird, ohne dass der Einzelne gesehen wird. 


Ein Leben ohne Amazon


Doch was bedeutet heute eigentlich ein Leben ohne Amazon? Ist der Komfort-Verzicht wirklich so groß, wie viele Kunden befürchten? Wenn ich mich selbst beobachte, so erkenne ich, dass Amazon für mich vor allem drei Vorteile bietet: Der schnelle frei-Haus-Versand von Büchern, die unkomplizierte Direktübertragung von Kindle-Ebooks auf mein Lesegerät und das einfach zugängliche Partnerprogramm für Blogger. Doch ein Blick in die Weiten des Internets hat mir gezeigt, dass Amazon vielleicht die bekannteste aber keineswegs die einzige Alternative für die komfortable Rundum-Versorgung mit Literatur ist. 


Bücherkauf mit 24-Stunden-Lieferung und ohne Versandkosten


Was Amazon lauthals bewirbt - die 24 Stunden-Lieferung Frei-Haus - ist im Grunde genommen noch nie ein Wettbewerbsvorteil gewesen. Der stationäre Buchhandel kann in der Regel ebenfalls jedes Buch zum nächsten Tag bestellen. Die nächste kleine Buchhandlung ist oft sogar näher dran als die nächste Packstation und darüber hinaus kann man noch ein nettes kleines Gespräch mit dem Buchhändler führen. Wenn man mal ehrlich ist, ist die Frei-Haus Lieferung von Amazon zum nächsten Tag ja auch gar keine. Der 24-Stunden-Lieferserviece gilt nämlich nur für Prime-Kunden und um eine solcher zu werden, muss man einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Was Viele nicht wissen ist, dass auch die Buchhandlung um die Ecke meistens Bücher versendet ohne die Versandkosten zu berechnen. Der Frei-Haus-Versand ist ebenso schnell wie der Standart-Versand von Amazon und in der Regel ist das Buch in 2 bis 4 Werktagen bei euch zu Hause. Was Viele ebenfalls nicht wissen, ist, dass man in der Buchhandlung um die Ecke auch bequem digital bestellen kann. Eine kurze Email mit dem Buchtitel reicht oft schon, damit das Buch für einen bestellt wird. Google einfach mal deine Buchhandlung um die Ecke - du wirst erstaunt sein, wie schnell du auf einer übersichtlichen Homepage mit Kontaktformular landest.


Abschied von Kindle


Doch Amazon hat noch einen anderen scheinbaren Riesenvorteil. Sie verkaufen Ebooks, die bequem per "Whispernet" übertragen werden und - schwuppdiwupp - auf deinem PC landen. Ich denke ihr seid alle technikaffin genug, um euch bereits Gedanken darüber gemacht zu haben, dass, was in eine Richtung funktioniert, auch immer in die andere geht. Amazon kann über den "Whispernet"-Zugang auch Daten auf euren Computern löschen. Dass der Konzern dies ausgerechnet mit George Orwells Roman "1984" massenhaft durchführte, ist mehr als eine ironische Anekdote, von der der Spiegel bereits 2009 berichtete. Wer speichern und löschen kann, der kann noch mehr. Amazon zeichnet das Leseverhalten seiner Nutzer auf - ein Thema, über das ebenfalls bereits heiß diskutiert wurde. Doch Kindle ist nicht nur praktisch, mit dem Kindle kann man auch seit einiger Zeit Bücher von Amazon ausleihen. Ein zugegebener Maßen attraktives Angebot, mit dem Amazon auch ordentlich Werbung macht. Doch auch was den Ebook-Markt angeht, habe ich Alternativen entdeckt, die ebenso bequem und praktisch sind. Der Buchgroßist Libri hat eine Tochterfirma namens Libri.de, die sich seit einiger Zeit insbesondere dem Vertrieb von Ebooks widmet und darum nun Ebook.de heißt. Hier kann man zahlreiche digitale Bücher herunterladen, die mit dem passenden Reader ebenso schnell geöffnet werden könne, wie Kindle-Bücher. Das Schönste daran ist, dass jeder Reader hier der passende ist, jeder außer dem Kindle natürlich. Während der Kindle-Reader nämlich nur die Kindle-Daten lesen kann, nutzen andere Reader Ebook-Software, die meist das Epub-Format unterstützt. Mit entsprechender App ist dies übrigens auch auf jedem Tablet lesbar. Apropos App – da gibt es auch etwas Tolles von den öffentlichen Bibliotheken, nämlich eine App namens onLeihe. Ebenso bequem wie beim Kindle kann hier in einer digitalen Bibliothek gestöbert werden. Die Bücher, die man sich ausleiht, werden einem für zwei Wochen zur Verfügung gestellt, bleiben aber in der Datenbank der jeweiligen Bibliothek. Nach zwei Wochen erlischt das Nutzungsrecht automatisch. Die Kosten belaufen sich auf den Jahresbeitrag deiner örtlichen Bibliothek und das ist selten mehr als die Gebühr, die Amazon-Prime-Kunden für das Ausleihrecht auf ihrem Kindle zahlen.


Mit Bloggen Geld verdienen - ohne Amazon-Partnerlinks


Auch hier gilt wieder, dass derjenige am meisten Gehör bekommt, der am lautesten brüllt. Amazon wirbt mit seinem Partnerprogramm und so war auch ich lange der Ansicht, dass dies einzigartig sei. Eine einfache Anmeldung führt einen dazu, dass man Links zu jeder Amazon-Seite generieren, Banner herunterladen oder animierte Werbemittel erstellen kann. Gelangt ein Kunde über einen solchen Link zu Amazon und bestellt dort etwas, so bekommt der Blogger zunächst 5% des Kaufpreises gutgeschrieben. Je mehr Kunden man an Amazon vermittelt, desto höher steigt dieser Prozentsatz. Das klingt einfach und prima. Doch auch hier gibt es Alternativen. Angeregt durch den bereits erwähnten Kommentar von Andreas machte ich mich auf die Suche. Ich meldete mich bei Afili.net an, einer Plattform für Affiliate Marketing, die Unternehmen und Blogger zusammenführt.Gibt man dort in der Programmsuche das Stichwort "Buch" ein, so findet man mehr als eine Handvoll Programme, für die man sich bewerben kann. Ich habe mich nun entschieden, in Zukunft mit Buecher.de zusammenzuarbeiten. Der Online-Händler ist groß genug, um eine Vielzahl von Medien anzubieten. Er ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Axel Springer AG, der Holtzbrinck Networks GmbH und der Verlagsgruppe Weltbild. Es handelt sich also auch nicht um ein unabhängiges Kleinunternehmen, aber für mich ist es ein guter Kompromiss zwischen großer Auswahl neuer Bücher und einem zwar nicht unabhängigen aber transparenten mittelgroßen Unternehmen. Ich werde also ab heute fleißig daran arbeiten, alle Buchlinks umzustellen, sodass bald keine Links von meinem Blog mehr zu Amazon führen.


Ein Leben ohne Amazon ist möglich und sinnvoll


Für mich bedeutet es eine Erleichterung, mich endlich dazu durchgerungen zu haben, mich von Amazon zu distanzieren. Ich mag keine auf einem unbegründeten Generalverdacht beruhenden Boykottaktionen, aber es tut gut, sich als bewusster Käufer zu positionieren. Ich möchte nicht jede Entwicklung kopflos mitmachen und ich sehe mich als Bloggerin in der Verantwortung, über Pros und Contras eines Großkonzenrns wie Amazon aufzuklären. Ich hoffe trotzdem, euch jetzt nicht mit Links zugeschüttet zu haben und würde mich freuen, wenn ihr mir eure Standpunkte zur Debatte Amazon hier in den Kommentaren darlegt.

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20 Responses to Blogger-Nähkästchen: Verantwortung oder ein Wort zu Amazon

  1. Danke für die Erwähnung, welch Ehre :)

    Loeffle ist mein alter Blog, jetzt schreibe ich als reisender Panda.

    Ich erinnere mich an den Fall der Ölplattform Brent Spar, die wohl irgendwann in den 90'ern "einfach so" in der Nordsee versenkt werden sollte. Die Öffentlichkeit reagierte empört und es gab zahlreiche Boycottaufrufe gegen (ich glaube) Shell. Dies wohlgemerkt in einer Zeit wo es weder Handy noch Internet gab. Viele Leute tankten nicht mehr bei Shell und der Konzern lenkte schnell ein.
    Wenig später erließ die EU sogar ein Verbot zum Versenken von ausgedienten Ölplattformen.

    Sicherlich leben wir heute in einer ganz anderen Zeit, aber ich denke Kundendruck ist die einzige Möglichkeit kurzfristig etwas zu bewirken. Natürlich ist auch der Gesetzgeber am Zug, aber solange der Kunde (der jetzt definitiv die Zustände bei Amazon kennt) weiterhin dort en masse kauft, wird sich nichts ändern.

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    1. Hey Andreas,
      ich hab mal gleich deinen neuen Blog verlinkt (statt des alten).
      Ich erinnere mich auch noch gut an den Fall von Brent Spar und denke es ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen, dass jeder Einzelne etwas tun kann. Wie gesagt, hat mich dein Hinweis im Kommentar bereits zum Nachdenken angeregt und als ich dann die Dokumentation sah, war es mir nicht mehr möglich, einfach so weiter zu machen wie bisher. Zu wissen, dass Menschen unwürdig behandelt werden und Konzerne, die dies tun weiterhin finanziell zu unterstützen - das geht einfach nicht. Es war ja auch schon öfter der Fall, dass solche Presseberichte ausreichend Druck auf Unternehmen ausüben konnten, um diese zum Handeln zu zwingen. Ich erinnere mich zum Beispiel auch noch an die Überwachungskameras bei Lidl.
      Ich bin gespannt, wie Amazon sich zu den Vorwürfen positionieren wird.
      Liebe Grüße,
      Mareike

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    2. Danke :)

      Ja, das wird sicher spannend. Die Reaktion von Amazon wird davon abhängen wie sich die Verkaufszahlen entwickeln.
      Apple hat ja nach dem ersten, kurzen Foxconn Skandal auch einfach weiter wie zuvor gemacht. Wären die Verkaufszahlen zurückgegangen hätte man sicherlich anders reagiert.

      Amazon ist freilich bequem und günstig, aber es gibt auf allen Sektoren gute Alternativen.

      Viele Grüße aus Südwest

      Andreas

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  2. Leider liefern die gar nicht in die Schweiz. Aber ich muss mir auch überlegen, wie es mit mir und meinem Blog, bei welchem ich immer mit Amazon verlinkte, wo ich auch privat viel kaufe, weiter geht... Die Reportage hat mich doch sehr nachdenklich gestimmt.

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  3. Hey Cosima,
    es gibt zum Beispiel ein Partner-Programm von Bol.Ch und ich meine auch noch ein weiteres mit einem Schweizer Buchversand. Schau einfach mal bei afili.Net oder zanox vorbei - da wirst du bestimmt fündig.
    Liebe Grüße,
    Mareike

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  4. Ich bin schon seit Tagen auf der Facebook - Seite von amazon, weil ich voller Interesse den Umgang des Unternehmens mit der Kritik verfolge. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass man sich bis dato nicht mit einer Stellungnahme an die Kundschaft gewendet hat. Anscheinend ist man selber völlig überrascht worden, was das angeht und hat keine eigentliche Strategie, wie in einem solchen Krisenfall zu verfahren ist. Ignorieren fände ich eher unangemessen. Aber nach einer so langen Zeit mit keiner Stellungnahme zu kommen, irgendwie auch unauthentisch. Was immer sie tun, erstmal ist wohl image-Verbesserung angesagt. Oder vielleicht eben auch nicht, aber dann bin ich gespannt, wie lange auf deren Seite weiterhin Kritik geübt wird.

    Persönlich favorisiere ich den Kauf aus kleinen Buchhandlungen schon länger. Allerdings gibt es in den UK auch sehr viele second hand book/charity shops, wo man schön auf Jagd gehen kann. Da kann der onlinehandel gar nicht mithalten. Was zumindest den Spaßfaktor angeht.

    Lieben Gruss von der Insel

    Kat

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  5. Hey Kat,
    Ja ich warte auch gebannt auf die Reaktion. Bisher gab es ja nur die recht kurze Mitteilung aus der Presseabteilung.
    Aber du sprichst noch ein anderes hochinteressantes Thema an. Denn solche Buchhandlungen wie du sie beschreibst fehlen hier ein wenig. Dabei sehe ich in solchen alternativen Konzepten einen Zukunftsweg für den Buchhandel.
    Liebe Grüße ins schöne England,
    Mareike

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    1. Es gibt tatsächlich auf der Facebook site ein statement, das allerdings relativ knapp ausgefallen ist, dafür dass man sich so lange Zeit gelassen hat. Allerdings möchte man die volle Verantwortung übernehmen. Immerhin.

      Ja, diese charity shop Sache könnte Deutschland ganz gut tun. Ich habe zuvor in Münster gelebt und dort hatten wir seit einiger Zeit auch einen Oxfam. Nicht, dass man immer alles in diesen Läden findet und oftmals geht man auch mit einem Haufen an Büchern nach Hause, die man gar nicht kaufen wollte, nachdem man sich durch viel Schrott gewühlt hat, aber es macht auch viel Spaß. Ich könnte mir vorstellen, dass so etwas in größeren Städten in Deutschland gut funktionieren könnte.

      Gruss in die alte Heimat

      Kat

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    2. Na, immerhin ist jetzt diese dubiose Sicherheitsfirma schon einmal raus. Aber die Unpersönlichkeit der Stellungnahme auf FB verwundert trotzdem etwas.

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  6. Das feine an Amazon ist für mich als Österreicher halt, dass es mir unkompliziert bis vor die Haustür liefert - ich bin viel unterwegs, nicht immer in der selben Stadt, in der auch meine Lieblingsbuchhandlung steht und da ist es manchmal doch recht fein, wenn ich Bücher einfach zu meinen Eltern nach Hause liefern lassen und sie dort abholen kann.
    Und da Amazon international agiert, krieg ich auch kein Problem mit etwaigem "Wir verschicken nur gegen Aufpreis ins Ausland!"-Gezicke, auf das man grad als Österreicher sonst so oft stößt...

    Ich hab aber, als ich zu studieren begann, fast aufgehört, bei Amazon zu bestellen. Ich brauche viele Reclams, oft auch zweisprachige Ausgaben und seltsamerweise bietet Amazon längst nicht alle davon zum Versand an, sondern gibt meist ein "Nicht mehr erhältlich" beim Bestelllink an. Auf der Reclam-Homepage sind die Bücher dennoch zu finden, nur zahl ich da als Österreicher mehr Versand als die Büchlein überhaupt wert sind - dagegen bestellt sie mir mein lokaler kleiner Buchhändler umsonst und sehr komfortabel. Die können bei denen auch mal ne Woche rumliegen, bis ich dazukomme, sie abzuholen. Kann also lokale Buchhändler nur empfehlen!

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  7. Über weitere Konsequenzen aus der Amazon-Debatte schreibe ich in meinem Blog: http://wp.me/p2YCuY-hB

    Danke für deinen Artikel.

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    1. Hey Philipp,
      Danke für den Hinweis auf deinen Artikel - da schaue ich doch gleich mal bei dir vorbei!
      Liebe Güße,
      Mareike

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  8. Sehr kritischer und schöner Artikel zu Amazon und Alternativen. Wobei ich es ehrlich gesagt lustig finde, dass vielen erst nach dem ARD-Bericht klar wird, dass Amazon ziemlich viel Mist verbockt. Ich kenne ebenfalls den schon älteren und von dir verlinkten Zeit-Artikel und die Ausbeutung von Mitarbeitern durch den Online-Großhändler ist eigentlich schon ziemlich lange bekannt. Ebenso wie die Ausnutzen von anderen "Angeboten", an denen aber Regierungen und Gesetze nicht ganz unschuldig sind. Man denke hier nur mal daran, dass Amazon in der Weihnachtszeit Mitarbeiter einstellte, die letztlich vom Staat bezahlt wurden. Tolle Sache oder? Aber warum lässt das Arbeitsamt so etwas überhaupt zu?

    Ich versuche möglichst viele Anbieter zu variieren, werde allerdings noch komplett von Amazon ablassen - einfach weil ich mir keinen zweiten eBook-Reader anschaffen will, da die Dinger einfach zu teuer sind, als das man jedes Jahr einen neuen kauft :D Und vor knapp über einem Jahr war der Kindle noch vergleichsweise konkurrenzlos, da es bei Libri damals noch lange nicht die eBook-Auswahl gab, wie bei Amazon. Aktuell würde ich den Neukäufern auch immer zu einem anderen Produkt (wie Sony, Kobo o.ä.) raten, mit dem sie bei so vielen eBook-Händlern ideal einkaufen können. Auch die Onleihen werden ja immer weiter verbreitet und meist bieten auch die eigenen Stadtbibliotheken gute Online-Bibliotheken für eBook-Reader an. Und mal ehrlich: Die Amazon-Onleihe kann man in die Tonne kloppen ^^ Ich habe mir das angesehen, weil ich als Studentin automatisch kostenfreie Prime-Mitgliedschaft habe, aber das ist wirklich lächerlich, was da angeboten wird - zumindest habe ich bisher noch kein Buch gefunden, was ich ausgeliehen hätte... Na, vielleicht eines, was ich nochmal lesen wollte... Aber im großen und ganzen fand ich die Ankündigung besser als die Umsetzung -.-
    Allerdings fehlt den deutschen Online-Verkäufern noch etwas ganz eindeutig: Die umfangreiche Sammlung an englischen eBooks. Ich kaufe schon immer gerne englische Bücher (egal ob Paperbook oder eBook) einfach weil bei der Masse an Büchern, die ich lese die deutsche Preisbindung zu hoch ist und ich gerne Bücher im Original lese, weil das einfach nochmal ein ganz anderes Leseerlebnis darstellt. Da meine Mutter mittlerweile einen Sony-Reader besitzt, habe ich mich mal hingesetzt und ebooks.de als größten deutschen eBook-Markt nach englischen Büchern durchsucht - und es ist wirklich schade: Gerade neue englische Romane kriegt man bei Amazon am Erscheinungstermin, bei eBooks.de etc. kann man da leider lange suchen. Hier wäre es schön, wenn auf Dauer an der Stelle nachgebessert wird. Oder wieso gibt es manchmal neue deutsche Bücher (die als Paperbook bereits erschienen sind) bereits für den Kindle aber nicht für andere eBook-Reader? Hier besteht eindeutig noch Nachholbedarf.
    Aber es wird besser - und schön ist übrigens auch: Einige Büchereien "um die Ecke" ziehen auch nach und bieten mittlerweile eBooks an. Unsere städtische Bücherei macht dies auch schon (Linnemann, was sehr schön ist und wegen der deutschen Preisbindung sind die Preise eh überall gleich - egal ob man seine eBooks oder Paperbooks nun bei Amazon, Libri oder der lokalen Buchhandlung bestellt :)

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  9. Also ich kann dir nur zustimmen und sagen, dass man definitiv nach Alternativen schauen sollte... aber wenn es um englische Bücher geht, müssen lokale Buchhandlungen und eBooks.de und Co leider noch nachziehen, weil auf englische oder amerikanische Seiten auszuweichen lohnt wegen der Umrechnungskosten und bei Paperbooks wegen der Transportkosten einfach nicht...
    Und dann kommt auch wieder die Frage auf: Erwische ich dann ein Unternehmen, das besser ist als Amazon? Amazon ist weltweit tätig, also im Fokus der Aufmerksamkeit. Aber machen nicht auch andere Unternehmen solche Sachen - teilweise ohne aufzufallen?
    Auf jeden Fall finde ich solche Artikel wie deinen sehr gut und hoffe, dass Amazon sich die Medienkritik zu Herzen nimmt und vielleicht zumindest an der ein oder anderen Stelle nachbessert und mindestens (!!) die Arbeitsbedingungen verbessert.
    Aber andere internationale Unternehmen, bei denen wir tagtäglich einkaufen, sollten das auch tun... Ich sage nur Apple, Samsung, diverse (auch teure) Modemarken,...

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    1. Hey Julie,
      als Kindle-Besitzer ist es definitiv schwer, sich von Amazon zu trennen und auch was englische Ebooks angeht hast du vollkommen recht. Ich hoffe, dass sich da in Zukunft noch einiges tun wird.
      Ich habe in der Vergangenheit schon mehrmals den Versuch gestartet, mich von Amazon als Kundin abzuwenden und bisher hat es leider nie ganz geklappt, weil es immer eine Nische gab, die andere weniger gut ausfüllten. Naja, dann dachte ich mir halt, dass Amazon zwar gewaltigen Druck auf die Branche ausübt, aber, dass dieser eben vor allem wirtschaftlicher Natur ist. An dem ARD-Bericht schockiert ja gerade die menschliche Perspektive. Am unheimlichsten fand ich nicht die Löhne und Arbeitsbedingungen an sich (von letzteren wurde ja auch eigentlich nichst gezeigt), sondern die rundum-Überwachung durch die Sicherheitsfirma, die auch in die Wohnungen der Arbeiter eindringen darf und den leichtfertigen Umgang mit der Verkehrssicherheit. Das kam dann erschwerend zu allem anderen hinzu.

      Ich finde, dass tatsächlich viele Lücken, die bisher nur von Amazon besetzt waren inzwischen auch von anderen Anbietern ausgefüllt werden, wie im Artikel gezeigt. Außerdem habe ich nun auch endlich einen vernünftigen Ebook-Reader auf meinem Lesegerät, sodass ich diese Alternativen auch nutzen kann. Plötzlich ist ein Leben ohne Amazon für mich also recht einfach geworden :)
      Liebe Grüße,
      Mareike

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  10. Manchmal frage ich mich, in was für einer Welt ich lebe. Heute habe ich zum ersten Mal von der Kritik an Amazon gelesen (in der Zeit) und jetzt lese ich hier schon wieder etwas davon...
    Dein Artikel bzw. Post ist wirklich sehr gut recherchiert und toll geschrieben, er lässt einen über vieles nachdenken. Ich habe schon öfter überlegt, ob Amazon wirklich so toll ist, oder ob es da auch eine andere Seite gibt und jetzt ist es wohl klar, dass diese andere Seite auch wirklich existiert und man kann vermuten, dass das nur die Spitze des Eisberges ist.
    Doch was bringt es wirklich was, wenn alle darüber aufgeklärt werden? Beispielsweise werden die Menschen in Asien ausgebeutet und hier kaufen alle die billig Klamotten mit dem Wissen unter welchen Umständen die Kleidung hergestellt wurde. Man weiß schon gar nicht mehr, wo man noch einkaufen darf... Aber es interessiert auch kaum einen, hauptsache es ist billig bzw. man zieht einen "Vorteil" daraus (z.B. Lieferung nach Hause wie bei Amazon)...
    Ich selbst nutze Amazon auch gerne, um günstig gebrauchte Bücher zu kaufen, aber ich werde jetzt wohl bei einer Bestellung gründlich überlegen, ob ich es nicht auch woanders bekommen kann und ich danke dir für diesen Gedankenanstoß!
    Liebe Grüße,
    Clara-J

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  11. Der Aufschrei, der momentan nicht nur durch die Bloggerwelt geht ist meiner Meinung nach völlig gerechtfertigt. Nicht nur die Arbeitsbedingungen bei Amazon, sondern auch die Verdrängung der Konkurrenz und die Knebelung der Verlage, ist auch für mich ein Grund dieses Unternehmen in Zukunft zu meiden.
    Allerdings bin ich der Meinung, dass wir alle, ich zumindest, auch schon vor geraumer Zeit alleine und ohne wachrüttelnde Dokumentation diese Unternehmen hätten hinterfragen müssen. Ein solcher Verdrängungswettbewerb ist doch eigentlich nur möglich indem man andere schädigt.. vielleicht haben wir alle zu lange weggesehen. Für mich heißt das in Zukunft aber: Bücher wieder beim Buchhändler, CDs im Plattenladen und wenn möglich auch nur in solchen Läden die richtiges Personal haben, sympathisch sind und Ahnung haben - vielleicht wendet sich ja doch wieder alles zum Guten und wir haben nur das externe Wachrütteln gebraucht?!

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  12. Wenn ich so deinen Beitrag lese, bin ich irgendwie geschockt. Wer verdient denn bitte über 8 Euro netto und bekommt auch noch eine Unterkunft? Ich kenne da viel schlimmere Verhältnisse. Ich habe schon Firmen gesehen, die einen Informatiker mit Universitätsabschluss für 6 Euro beschäftigen wollten. Im sozialen Bereich sieht es noch viel schlimmer aus, da wird man im Idealfall überhaupt nicht entlohnt.
    Ich habe schon für 6 Euro Brutto gearbeitet und kenne sehr viele Andere Menschen die das tun. Ein Gehalt von über 1000 Euro ist absoluter Luxus...jeder der bei der Amazon Sache noch geschockt ist, sollte einmal die Augen aufmachen. Denn das betrifft nicht nur Leiharbeiter sondern auch Festangstellte, Studenten und sogar Akademiker! Ich kenne auch viele Leute, die würden mehr an Harz4 bekommen, als das was sie verdienen.

    Liebe Grüße.

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  13. Noch angemerkt, natürlich relativiert das nicht, die schlechten Verhältnisse bei Amazon, vor allem betreffend Unterbringung etc. aber man sollte sich im Klaren sein, dass in unserem Land, so einiges nicht richtig läuft und sehr viele Menschen unter sehr schlechten Verhältnissen arbeiten.
    Das ist nur die Spitze des Eisberges. Viele Menschen arbeiten auch unter gesundheitsschädigenden Bedingungen etc. Da würde man wohl bei vielen Firmen was finden.

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    1. Ja, du hast recht und ich denke, dass das auch ein Grund dafür ist, dass die Politik im Moment wieder vermehrt über Mindestlöhne nachdenkt. Zumindest hier in Norddeutschland tut sich da gerade viel.
      Ich selbst bin auch nicht nur über Amazon geschockt, sondern höre immer wieder und von vielen Unternehmen, dass Angestellte nicht besonders gut behandelt werden. Auch die Praxis, junge Akademiker mit wenig Erfahrung zu geringen Löhnen und nur so lange anzustellen bis sie zu teuer werden und sich dann neue Uni-Abgänger zu suchen gehört in meinen Augen dazu.
      Ich habe den Buchhandel stets als Arbeitsmarkt mit beschränkten aber fairen Mitteln kennengelernt und darum ist für mich diese Amazon-Geschichte so wichtig. Hier werden ja nicht nur Menschen schlecht behandelt (nicht unbedingt finanziell aber hinsichtlich ihrer Sicherheit, nicht gehaltenen Versprechen oder Blitz-Entlassungen), sondern der Konzern bedroht auch noch eine Branche, die ihre Angestellten in der Regel weit besser behandelt.
      Ich habe die Hoffnung, dass dieses Negativbeispiel auch zum Nachdenken über die Verhältnisse anregt, die du schilderst - auch unabhängig vom Buchmarkt. Der Spiegel schrieb in der letzten Ausgabe z.B. über Leiharbeiter, die auf Baustellen arbeiten und nur 3 Euro verdienen. Das ist einfach nicht fair und muss in meinen Augen auf jeden Fall geändert werden. Auch müssen wir uns wohl langsam mal darüber klar werden, dass es nicht zuletzt unsere Geiz-ist-geil-Kultur ist, die zu solchen Zuständen führt.
      Ich kann dir also nur zustimmen und nochmal ausdrücklich sagen, dass sich nicht nur bei Amzon etwas ändern muss, sondern insgesamt die Wertschätzung des Arbeitsnehmers wieder angemessener werden sollte. Ich danke dir darum für diesen Hinweis und die Möglichkeit, dazu noch einmal ausdrücklich Stellung zu nehmen.
      Liebe Grüße,
      Mareike

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