Blogger-Nähkästchen: Wie schreibe ich einen guten Blog-Artikel?

Gute Artikel für Blogs zu schreiben, kann man lernen. Was anfangs mühsam erscheint, wird nach kurzer Zeit zu einem abwechslungsreichen Hobby. Alles, was ich dafür tun musste, zu einer routinierten Blog-Artikel-Schreiberin zu werden, war zu verstehen, wie Blogs funktionieren. Aus Beobachtungen der Blogosphäre konnte ich mir einen Rahmenplan für eigene Blogartikel erstellen. Und ich begann, mehr über die Gesamtgestaltung meines Blogs nachzudenken.


Einzelne Blog Artikel schreiben

Um gute Artikel für deinen Blog zu schreiben, musst du dir zunächst klarmachen, dass Blogs aus kurzen Artikeln bestehen. Beobachte dich selbst, wie du im Internet und vor allem auf anderen Blogs liest - von deinem eigenen Verhalten kannst du ganz sicher auf das deiner Leser schließen. Bei mir habe ich folgende fünf Verhaltensweisen festgestellt:

1. Lange Texte erschlagen mich

Ja, ich gebe es zu: Ich lese Texte, die mir auf den ersten Blick zu lang erscheinen gar nicht. Nun ist das natürlich eine recht vage Aussage und die Tatsache, dass Internet-Texte kurz und knackig sein sollen, klingt zwar zunächst plausibel ist aber auf den zweiten Blick kein praktisch umsetzbarer Tipp. Einen solchen kann ich allerdings auch erst formulieren, wenn ich die zweite Beobachtung hinzu nehme:

2. Kurze Texte langweilen mich

Ein kurzer Kommentar zum derzeitigen Zustand eines Bloggers macht noch keinen guten Artikel aus. "Die Welt ist immernoch gegen mich" reißt als Blog-Post wohl noch niemanden vom Hocker. Ich habe mich also umgesehen und meine Erfahrungswerte ausgezählt und kann euch nun sagen, dass ein Blog-Artikel wie ich ihn gerne lese zwischen 500 und 1000 Wörter hat und 3 bis 7 Absätze umfasst.

3. Ich erwarte von einer Überschrift, dass sie mir sagt, was im Text steht

Das Erste, was ich auf meinem Dashboard oder RSS-Reader lese, sind die Überschriften von Blogposts. Natürlich müssen sie schön sein, griffig und gut klingen. Aber, wenn ich ehrlich bin, will ich als Erstes von einem Artikel wissen, wovon er handelt. "Singing in the rain" ist eine schöne Überschrift, wenn ich allerdings im ersten Absatz bereits erfahre, dass sie nichts mit dem Artikel zu tun hat, werde ich ihn nicht lesen. Womit wir nahtlos beim nächsten Punkt angekommen wären.

 4. Erste Absätze lese ich immer

Gut, es gibt hier die Einschränkung "...wenn die Überschrift gut ist". Ebenso wie für die Titel gilt für erste Absätze, dass sie auf Dashboards und in RSS-Readern angezeigt werden. Dieser erste Absatz muss Vorfreude erwecken und mir bereits sagen, worum es in dem Artikel geht.

5. Zwischenüberschriften lese ich ebenfalls immer

...auch hier die Einschränkung, dass ich erstmal die Überschrift und den ersten Absatz überstanden haben muss. Ich suche nun in dem Artikel nach den Punkten, die mir im ersten Absatz gefallen haben. Dazu lese ich die Zwischenüberschriften. Glaube ich, dort etwas Interessantes gefunden zu haben, so lese ich auch den darunter befindlichen Absatz.

Rahmenplan für gute Blog-Artikel

Wenn du also lernen möchtest, gute Blog-Artikel zu schreiben, so nutze die Beobachtungen deines eigenen Leseverhaltens, um deine Leser zu verstehen. Gebe deinem Artikel einen Rahmen von 500-1000 Wörtern. Suche nicht nach der kreativsten, sondern der informativsten Überschrift. Formulieren einen ersten Absatz, der die wichtigsten Punkte deines Textes zusammenfasst, und notiere dir diese Punkte als Zwischenüberschriften. Nun fülle die Absätze unter diesen Zwischentiteln mit den Informationen, die du in der Überschrift und dem ersten Absatz versprichst. Runde deinen Artikel ab, indem du versuchst, ein Fazit zu finden - ziehe einen Schluss aus dem, was du geschrieben hast. Dieser Schluss sollte die Frage beantworten "Was weiß ich, wenn ich das weiß", d.h. er sollte den Nutzen der Informationen zeigen, die du in deinem Artikel zusammenfasst. Für mich als Bloggerin ist es am Schönsten, wenn meine Artikel zur Diskussion anregen. Darum stelle ich gerne eine Frage oder eine Anregung zum Nachdenken unter meine Artikel. Natürlich müssen auch diese zu dem passen, was im Blog-Post steht. All diese Rahmenbausteine hindern mich nicht daran, ab und zu, Neues auszuprobieren und Experimente zu machen. Blogs sind ein ganz neues Medium und dürfen als solches immer wieder neu ausgetestet werden!

Einen Blog schreiben

Im besten Falle ist ein Blog mehr als die Summe seiner Teile. Es geht nicht nur darum, gute einzelne Artikel zu schreiben, sondern auch darum, eine Geschichte zu erzählen. Inhalt dieser Geschichte sind deine Persönlichkeit und dein Blog. Versuche also in jedem Einzelartikel ein wenig Information über dich und/oder darüber, wie du deinen Blog führst, einzuflechten. Beziehe dich auf ältere Posts, die Geschichte deines Blogs oder Informationen zurück, die du in anderen Artikeln preisgegeben hast. Mach deine Leser zu Komplizen, indem du sie direkt ansprichst. Ein "ihr wisst ja, dass ich verrückt nach albernen Animationsfilmen bin" lässt deine Stammleser schmunzeln und das Gefühl bekommen, dich zu kennen. Neue Leser werden neugierig und machen sich auf die Suche nach dem Post, in dem du die Information von dir preisgibst. Ein Blog, dem diese Ebene der Persönlichkeit fehlt, kann immer noch informativ sein, macht aber viel weniger Spaß für Schreibende und Lesende als ein Blog, der zeigt, wer du bist.

Lerne, gute Artikel zu schreiben!

So, nun bist du an der Reihe. Ich verspreche dir, dass es ganz einfach ist, einen guten Blog zu schreiben, solange du sowohl deine einzelnen Artikel als auch das Gesamtbild deines Blogs im Blick behältst. Eigentlich sind nicht mehr als drei Dinge notwendig:Beobachtung deines eigenen Leseverhaltens, Erstellen eines Rahmenplans für deine Artikel und das Bewusstsein über die Gesamtgeschichte, die dein Blog erzählt. Natürlich würde ich mich freuen, wenn du deine eigenen Erfahrungen mit mir teilst, indem du mir hier einen Kommentar dazu hinterlässt!

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16 Responses to Blogger-Nähkästchen: Wie schreibe ich einen guten Blog-Artikel?

  1. Das ist ein toller und informativer Artikel. Darf ich Dich auf meinem Blog verlinken?

    LG Patricia

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    1. Liebe Ptricia,
      Ich danke dir für das Lob :-). Natürlich darfst du den Artikel verlinken - darüber würde ich mich sogar sehr freuen!
      Liebe Sonntagsgrüße,
      Mareike

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    2. Vielen Dank, schon geschehen.
      Alles Liebe von Patricia

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  2. Ich habe mich also umgesehen und meine Erfahrungswerte ausgezählt und kann euch nun sagen, dass ein Blog-Artikel wie ich ihn gerne lese zwischen 500 und 1000 Wörter hat und 3 bis 7 Absätze umfasst.

    - Wobei ich ein LitBlog kenne, bei dem erschlagen mich schon die durchschnittlichen 600 Wörter. Was für mich wichtig ist, ist ein klarer Schreibstil. Sprachkünste nerven ziemlich schnell.

    3. Ich erwarte von einer Überschrift, dass sie mir sagt, was im Text steht
    Das Erste, was ich auf meinem Dashboard oder RSS-Reader lese, sind die Überschriften von Blogposts.

    - Gerade bei LitBlog ist es mir unbegreiflich, warum einige nicht einfach den Titel (+ Autor) schreiben. Stattdessen kommen da irgendwelche Allgemeinplätze. Erstaunlicherweise hat ein Blog, welches dies macht über 700 Follower - was ich absolut nicht verstehe. Ich würde es gerne lesen, aber mir ist es zu anstrengend, dass ich nicht entscheiden kann, ob ich den Artikel anklicken soll oder nicht.

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  3. Nachtag:

    Ich finde passende Bilder zum Blogartikel immer sehr nett. Wenn z.B. ein Buch in Timbuktu spielt, eine Stadtansicht oder ähnliches.

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    1. Ich stimme dir in allem zu! Ein guter Stil ist definitiv wichtig und ich mag es auch lieber schlicht als schnörkelig. Es ist allerdings sehr viel schwieriger, an seinem Stil zu arbeiten als an der Form. Darum habe ich mich hier erstmal auf die letzere beschränkt. Für mich ist auch immer die zentrale Info der Autor und der Titel. Danach entscheide ich, ob der Artikel für mich interessant ist. Das ist aber vielleicht auch eine Geschmacksfrage. Passende persönliche Fotos finde ich auch toll. Wie gesagt also, ich stimme dir voll zu und danke dir für deine Ergänzungen!
      Liebe Grüße,
      Mareike

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    2. Das Blog, welches ich im Hinterkopf habe, besticht durch einen geschwollenen und gewollten Schreibstil. Mir kann niemand sagen, dass es nicht möglich wäre klarer zu schreiben.

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    3. Hey Nomadenseele,
      du hast recht - möglich ist es auf jeden Fall, nur nicht immer so einfach. Ich glaube viele Blogger schwanken zwischen dem Wunsch nach einem eigenen, ganz persönlichen Stil und dem nach vielen Lesern. Arbeit am Stil ist mir persönlich auch sehr wichtig und vielleicht wage ich mich irgendwann auch noch mal an einen Post zu dem Thema. Mir selbst haben bisher die Tipps von Andreas Eschbach am meisten geholfen. Auf seiner Homepage leitet er einen in 10 Schritten zu einem besseren Text. Ein Verfahren, das übrigens auch in mein Lieblingsschreibprogramm Papyrus Autor eingeflossen ist.
      Liebe Grüße,
      Mareike

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  4. Hallo meine Liebe,

    toller Blog und ein toller Artikel, du hast eine neue Leserin ;)
    Würde mich über einen Gegenbesuch freuen!

    http://bibliomany.blogspot.de/

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  5. Ich mag normierte Blogeinträge nicht. Mich kümmert die Anzahl Wörter keinen Deut. Ich brauche keine Zwischentitel. Ich mags sehr lang und ich mags auch sehr kurz. Ich will hinter dem Blogger den Menschen spüren, und nicht den Blogschreiber, der sich irgendwelche Regeln setzt, wie er seinen Blog schreiben will.

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    1. Hey Alice,
      ich wollte hier gar nicht normieren, sondern vielmehr eine Orientierungshilfe bieten. Ich gehe eben so vor, dass ich meine eigenen Lesegewohnheiten und -vorlieben auswerte und dann anhand derer versuche, meinen Blog ständig zu verbessern. Natürlich schreibe ich meinen Blog irgendwie auch für mich aber meine Priorität liegt eher darauf, für meine Leser zu schreiben. Dass man dabei das Experimentieren nicht vegessen sollte und ruhig kreativ sein darf, habe ich im Artikel ja auch bereits erwähnt.

      Ich danke dir für deinen Kommentar und möchte ihn zum Anlass nehmen auch noch einmal zu betonen, dass das Blogschreiben grundsätzlich ein Schreiben mit sehr viel Freiheit ist und sein soll.
      Liebe Grüße,
      Mareike

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  6. Hallo Mareike,

    ich kann dir grundsätzlich zustimmen. Mich halten Textlänge, fehlende Absätze und fehlende Zwischenüberschriften auch häufig vom Weiterlesen ab. Außerdem bin ich ein Fan von Teasern (statt der kompletten Posts) auf der Hauptseite. So kann man die uninteressanten Artikel leicht überspringen und klicht nur auf "weiterlesen" wenn man auch wirlich weiterlesen will.

    Was ich aber noch schlimmer finde sind Blog-Designs bei denen die gesamte Optik das Lesen erschwert. Z.B. rote Schrift auf schwarzem Hintergrund oder verspielte unleserliche Schriftarten im Fließtext.

    LG Ellen von http://klug-geschlussvolkert.de

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    1. Was auch ein tödliches Blogdesign ist: Wenn die Schrift über den ganzen Monitor verläuft.

      Es hat seinen Grund, warum die Zeilen in aller Regel so kurz sind wie hier.

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  7. Hallo,
    ich bin über deine Blog Tipps auf deinen Blog gestolpert.
    Ich habe nach "länge von Blogartikeln" gegoogelt und bin
    auf deinem Blog hängengeblieben.

    Deine Blog Tipps sind wirklich sehr schon geschrieben
    und sie gefallen mir sehr gut!

    Ich hoffe das kann dich motivieren das Thema
    noch etwas auzubauen :)

    Lieben Gruß
    Stephan

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  8. Hallo Mareike,
    ich komme heute über Google Suche zu dir und dein Blog ist mir noch sehr neu, aber da ich gerne an den Kommentiertagen alle Blogs durchgehe, möchte ich auch hier mein Feedback hinterlassen.

    Ich selbst schreibe Beiträge mit ca. 500-2000 Wörtern, je nachdem, ob es ein CMS-Erfahrungsbericht ist oder ein kurzer Artikel mit sagen wir mal so den 400 Wörtern. Solche kurze und noch kürzere Blogposts erstelle ich, wenn ich im Blogparaden-Blog von mir welche neue Blogparaden vorstelle.

    Lesen tue ich auch sehr lange Artikel und ich lese immer, wenn ich auch Feedback geben möchte. Meistens sind es ausgesuchte Themen, wo ich wirklich etwas beitragen kann. Es freut mich von dir zu hören, dass eigens verfasste Blogposts ein Stück eigene Persönlichkeit zeigen dürfen und so habe ich es bisher nicht gesehen.

    Ich berichte halt viel über Blogging und OpenSource/CMS-Projekte sowie Tools und bringe immer eigens gemachte Erfahrung mit rein. So kann ich am besten bloggen, wenn ich das Geschriebene auch selbst erlebt habe.

    Übrigens spendiere ich dir heute einen Link aus dem letzten Beitrag auf Internetblogger.de, weil heute mein eigener Kommentier-Sonntag ist ;)

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  9. Zwar schon etwas älter, aber hey: Das hilft mir weiter! Danke dafür!

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