Summer School zum Thema Narratologie in Aarhus

Es ist inzwischen schon eine Woche her, dass die Zweiwöchige Summer School "Narrative Theory in Action" in Aarhus zu Ende gegangen ist und seitdem sprudelt mein Kopf über vor neu kennengelernten Ansätzen der Erzähltheorie. Die interessantesten Erlebnisse und Erfahrungen möchte ich euch hier beschreiben und dann eine Serie zu den einzelnen Themen der Summerschool mit dem Tag Ipin2012 (Ipin steht für "Intensive Programm in Narratology") starten. Dies wird der Beginn meiner neuen Rubrik Erzähltheorie werden.




Einige persönliche Eindrücke

Wie jedes Programm, welches wildfremde Menschen für zwei Wochen zusammen finden lässt, begann auch die Ipin2012-Summerschool mit dem obligatorischen Kennenlerntreffen. Doch im Gegensatz zu Jugendcamps oder Gruppenreisen, gab es hier sofort ein gemeinsames Gesprächsthema - die Literatur oder vielmehr die Theorie des Erzählens. Es ist zugegebener Maßen ausreichend verschroben, Spaß an der Theorie hinter Geschichten zu finden, doch wenn rund 30 Menschen aus ganz Europa mit diesem Interesse zusammen kommen, fühlt es sich ganz natürlich an. Außerdem bietet das gemeinsame Interesse viel Raum für augenzwinkernde Selbstkritik.

Die örtlichen Veranstalter hatten eine Menge davon vorzuzeigen. Mit viel Humor stellten sie ihr Fachgebiet und die neuesten Bewegungen im Bereich des "unnatürlichen Erzählens", ihr Land (Dänemark) im Allgemeinen und die Stadt Aarhus im Besonderen vor. Anschließend durfte angestoßen, geknabbert und geplaudert werden, was unsere von der Reise müden Köpfe noch aushalten konnten. Und, nun ja, wir konnten überraschend lange durchhalten, mussten die Fortführung des Gesprächs sogar auf die Gartenbank unseres Studentenwohnheims verlagern. Was klingt wie der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, war tatsächlich der Auftakt zu zwei intensiven und spaßigen Wochen des Zuhörens, Diskutierens und des Austausches über eigene Forschungsprojekte. Die Mischung aus Masterstudenten und Doktoranden stellte sich als äußerst anspornend heraus.

Vorgeschmack auf das Programm

Um schon einmal einen kleinen Einblick in die Themen der nächsten Wochen auf diesem Blog zu gewähren, möchte ich hier noch ein paar Worte zu dem Programm von Ipin2012 verlieren. Die relativ neue Forschungsrichtung des unnatürlichen Erzählend wurde  bereits erwähnt. Doch natürlich beschäftigten wir uns auch mit klassisch strukturalistischen Theorien wie dem Fokalisierungskonzept Genettes. Hinzu kamen popstrukturalistische Ansätze wie die feministische Narratologie, rhetorische Narratologie, das Konzept der narrativen Identität, neue Theorien zur Autorschaft und cognitivistische Ansätze der Erzähltheorie. Diese Themen wurden uns von hervorragenden Dozenten vorgestellt, von denen einige bereits einigen Ruhm auf ihrem Gebiet erlangt haben, so wie der Amerikaner James Phelan oder der Engländer Richard Walsh, andere noch ganz am Anfang ihrer wissenschaftlichen Karriere standen und uns den frischen Wind innerhalb dieses Fachgebiets spüren ließen, wie die Finnin Maria Mäkelä, die mich mit ihrer schwungvollen Art besonders beeindruckt hat.

Insgesamt kann ich nur jedem raten, der noch in seinem Studium steckt: besucht Summerschools! Es macht Spaß und das Lernen erledigt sich fast von selbst. Das einzige, was mich etwas ärgert ist, dass ich nicht zu einem früheren Zeitpunkt in meinem Studium bemerkt habe, wie sehr einen diese kurzen Seminareinheiten im Ausland voran bringen können.







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