DVD-Tipp "Submarine" - eine traurig-komische Adoleszenzgeschichte

Günter Hommes/pixelio.de
Seit ich den Trailer in einem kleinen Programmkino bei mir um die Ecke gesehen habe, wollte ich mir diesen Film anschauen. Leider war es da fast schon zu spät und ich verpasste es, ihn im Kino zu sehen. Nun ist aber endlich die DVD von »Submarine« erschienen. Ich habe gleich mein Versäumnis nachgeholt.

»Die meisten Menschen halten sich für Individuen ...

... dieser Gedanke spornt sie an, aus dem Bett zu steigen, etwas zu essen und herumzulaufen als wäre alles in Ordnung. Ich heiße Oliver Tate«. Diese ersten Sätze des Filmtrailers katapultieren einen bereits in die eigentümliche Gedankenwelt des 15-jährigen Protagonisten. Oliver ist ein mäßig beliebter Junge, der gerne etwas Besonderes wäre und sich um die Ehe seiner Eltern sorgt. Er ist verliebt in ein Mädchen mit schwarzen Haaren und rotem Mantel. Um ihr zu imponieren, hänselt er eine Mitschülerin bis diese von der Schule abgeht. Der sensible Oliver schreibt ihr einen Ratgeber als Entschuldigung - er möchte ihr erklären, wie sie es schafft, weniger unbeliebt zu sein. Ob seine Mitschülerin dieses Ziel erreicht, wird der Zuschauer nie erfahren, denn die schöne Jordana beobachtet Oliver und nutzt seine Entschuldigung, um ihn zu erpressen. Aus diesem eigentümlichen Anfang entspinnt sich eine zarte und völlig unkitschige Jugendliebesgeschichte.

»Ich überwache ihr Intimleben anhand des Dimmers in ihrem Schlafzimmer«

Nicht nur, dass das Schlafzimmerlicht seiner Eltern seit sieben Monaten nicht mehr gedimmt wurde, sondern auch die Tatsache, dass der neue Nachbar der Jugendfreund seiner Mutter ist, macht Oliver zunehmend Sorgen. Er beobachtet, wie seine Mutter immer häufiger mit dem Esoterik-Guru von nebenan ausgeht, während sein depressiver Vater zu Hause in einem Meer aus Trübsal versinkt. Als er sich seiner Freundin anvertrauen möchte, erfährt er, dass ihre Mutter an einem Hirntumor leidet. Obwohl er ihr beinahe ebenso sehr helfen möchte, wie er die Ehe seiner Eltern retten will, scheitert er an der Last beider Aufgaben. Als Jordana ihn verlässt, droht auch er, in depressive Stimmungen abzugleiten.

Melancholisch, witzig und kunstvoll arrangiert

Um es kurz vorweg zu nehmen: Dieser Film ist eine Perle. Alles daran ist gelungen. Die Darsteller füllen ihre Rollen perfekt aus. Sie nehmen die verschrobenen Charaktere ernst und geben sie in keinem Moment der Lächerlichkeit preis. Gerade dadurch entsteht eine subtile Situationskomik, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann. Hinzu kommt eine ausgefeilte Ästhetik, die raue Schauplätze mit gekonnter Farbsetzung in Szene setzt. Dabei ist die märchenhafte Farbmetaphorik des angehimmelten Mädchens, welches mit ihren schwarzen Haaren und dem roten Mantel wie eine Mischung aus Schneewittchen und Rotkäppchen daher kommt, nur das offensichtlichste Beispiel dieser kunstvollen Inszenierung. Auch der meist in beige oder hellgelb gekleidete Vater und der so widersprüchlich in schlichtes Schwarz gewandete aber mit unmoderner Vokuhila ausgestattete Ex-Freund der Mutter, sprechen eine starke Bildsprache. Natürlich gehört auch Olivers Erscheinung zu dieser atmosphärischen Gestaltungsarbeit. Mit dem dunkelblauen Mantel und einer Frisur, unter der sein Gesicht buchstäblich versinkt, wird er als Bewohner der »Submarine« gekennzeichnet, der kurz unter der Oberfläche ein stilles Dasein führt. Dieser Film ist mehr als nur sehenswert, er ist ein Muss für alle Freunde der guten audiovisuellen Unterhaltung!

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3 Responses to DVD-Tipp "Submarine" - eine traurig-komische Adoleszenzgeschichte

  1. Hallo Mareike,

    vielen, vielen Dank für deine ausführliche Kritik zu meinem Blog- Design! Ich weiß das sehr zu schätzen und muss sagen, du hast verdammt oft Recht:) Irgendwie hat sich jemand anderes (orange-kariert") in die Diskussion eingemischt und geantwortet, ich war's nicht^^
    Tüddelkram trifft's schon...^^ich neige auch bei designs (scrapbooking usw) dazu, es zu übertreiben, weil ich immer noch ne blume verbasteln will...
    Deine Themen finde ich super interessant- Bücher, Schreiben und co.
    Die Gelegenheit will ich auch noch nutzen, dir (ungefragt) ein kurzes Feedback zum design dazulassen...
    ich finde den Untertitel zu lang. Sicher, es soll als erklärung dienen, aber irgendwie finde ich es besser, wenn man dann gleich zum Thema kommt und nicht noch ein "Vorwort" lesen soll:)
    Und der Hintergrund ist leider etwas pixelig und auch bisschen ablenkend.
    Sonst ist alles sehr schön hier. (Nicht schlecht, dass du schon ein Affiliate-Sache am laufen hast, ich denke, du solltest jedoch den Site-Namen unbedingt erwähnen, sonst wirkt das etwas dubios und niemand wird es sich trauen, den link anzuklicken...)

    viele liebe grüße
    moni/penny

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  2. Hi Moni,
    lieben Dank für den Gegenbesuch. Ich habe in letzter Zeit viel am Design herumprobiert und deinen Kommentar gestern auch nochmal zum Anlass genommen, etwas Neues zu überlegen, was ich nun hiermit teste. Deine Tipps habe ich dabei versucht umzusetzen und das ganze etwas schlichter zu gestalten. Für Kritik bin ich natürlich weiterhin offen.
    Liebe Grüße,
    Mareike

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  3. Schöner Blog, man sieht, wie viel Mühe du dir damit gegeben hast! Und ich glaube, ich bin gerade die einzige hier, die in deiner Umfrage die Zeitung als häufigstes Leseobjekt angeklickt hat. Wird wohl mit meinem Job zusammenhängen... ;-)
    Liebe Grüße, Laura

    http://lebensfarben.blogspot.de

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